13 Parteien ringen um Macht und Einfluss in Sachsen-Anhalt. Wer künftig das Sagen hat, entscheiden die Wähler am 20. März. In den nächsten Tagen stellt die Volksstimme alle Parteien kurz vor – wer ihre Spitzenkandidaten sind und mit welchen Inhalten sie überzeugen wollen. Heute: Die Ökologisch-Demokratische-Partei.

Halberstadt. Etwa 80 Mitglieder machen sich im Landesverband der Ökologisch-Demokratischen-Partei (ödp) in Sachsen-Anhalt stark. Nach der Premiere bei der Wahl im Jahr 2002 und der Beteiligung 2006 als Listenvereinigung zusammen mit der Tierschutzpartei, den GRAUEN und Wählergemeinschaften nimmt die ödp am 20. März zum dritten Mal Anlauf bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. "Es fehlt der Politik an langfristigen und nachhaltigen Programmen. Das Grundproblem ist, dass Politik sehr kurzfristig denkt und handelt", sagt Janett Rehmann vom Landesverband. Die Ökologisch-Demokratische-Partei fühle sich besonders dem Artikel 20a im Grundgesetz enthaltenen Auftrag, auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, verpflichtet.

In der Bildungspolitik favorisieren die Mitglieder um die Spitzenkandidaten Jens Rehmann (Halberstadt), Beate Selder-Radke (Magdeburg) und Gerlinde Rogowski (Oschersleben) das schwedische Modell. "Die Einführung einer neunjährigen Grundschule als Kern und im Anschluss daran eine dreijährige Gymnasialschule mit Wahlmöglichkeit für studien- und berufsvorbereitende Ausbildungsprogramme", so Janett Rehmann. Zudem sollen etwa Zeugnisse mit einer Benotung ab dem achten Schuljahr vergeben, alternative Bildungsträger stärker gefördert und das Fach "Lebenskunde – Verbraucherbildung" eingeführt werden. Die ödp plädiert zudem für die Einführung eines freiwilligen Vorschuljahres. Qualitativ hochwertiges Schulessen solle es kostenlos für jeden Schüler geben, das Schulangebot wohnortnah strukturiert werden. Ein Lehrer habe nur dann die Möglichkeit einen Schüler zu verstehen und realistisch einzuschätzen, wenn er dessen persönliches Lebensumfeld kennt, heißt es im Wahlprogramm. Die Kultusministerkonferenz solle zudem abgeschafft werden, so die Forderung.

Ein weiteres Anliegen zur Landtagswahl ist die gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt und damit verbunden der Beitritt des Landes ins Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen. Die Gentechnik potenziere sich selbst und sei unumkehrbar – und dadurch die größte Bedrohung für das bestehende Ökosystem. Freisetzungsversuche genmanipulierter Organismen müssen daher künftig verhindert werden.

"Natürlich sind wir angetreten, um auch in den Landtag einzuziehen", sagt Janett Rehmann. Sie schätzt ein: "Ein Achtungserfolg wäre für uns aber zwei Prozent der Stimmen."

 

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