Sachsen-Anhalts Jugendherbergen geht es gut, nicht zuletzt wegen der seit Jahren stabilen Nachfrage von Schulklassen. Die allgemeinen Einbrüche in der Wirtschafts- und Tourismusentwicklung sind an den Häusern spurlos vorübergegangen. In Halle wird derzeit ein Erweiterungsprojekt vorbereitet.

Magdeburg (dpa). Die Jugendherbergen in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr ihre Übernachtungszahlen konstant gehalten. "Es war ein völlig stabiles Jahr 2010 ohne Krisenauswirkungen", sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes des Deutschen Jugendherbergswerks in Sachsen-Anhalt, Hans-Walter Düsel, der Nachrichtenagentur dpa. Die zum Verband gehörenden 16 Häuser zählten 309 000 Übernachtungen, das seien 390 weniger gewesen als im Jahr 2009. "Seit 2008 liegen wir über der Marke von 300 000 Übernachtungen, bei rund 2500 Betten", sagte Düsel.

"Wir leben von den Schulfahrten", sagte der Geschäftsführer weiter. Sie machten rund 28 Prozent der Übernachtungen aus. Wegen der sinkenden Schülerzahlen würden Familien immer wichtiger für die Jugendherbergen, sie hätten inzwischen einen Anteil von 23 Prozent. Bislang konnten laut Düsel die wegbleibenden Schüler durch mehr Übernachtungen von Familien mit Kindern wettgemacht werden.

Die Qualität der Angebote spiele eine immer wichtigere Rolle, sagte Düsel. Nur so seien die Familien zu locken, aber auch viele Klassenfahrten würden davon abhängig gemacht. Im vergangenen Jahr hätten sich acht Jugendherbergen ihre Servicequalität zertifizieren lassen, in diesem Jahr seien es schon drei. Dabei gehe es nicht nur um die Unterbringung, sondern auch um die Betreuung, etwa mit Stadtinformationen. "Früher hat der Lehrer die Schulfahrt von sich aus organisiert, heute gibt es das fertige Programm von uns", sagte Düsel. Das gelte auch für andere Gästegruppen.

Die am besten besuchte Jugendherberge im Land sei die in Wernigerode gewesen, sagte Düsel weiter. Dort seien 44 100 Übernachtungen gezählt worden. In Magdeburg seien es rund 35 000 gewesen, in Halle 12 300. In der Saalestadt sieht Düsel das nächste große Projekt des Landesverbandes. Die Jugendherberge Halle sei mit 72 Betten für die Stadt zu klein. Eine alte Schule solle dort so saniert werden, dass sie als Jugendherberge genutzt werden könne.