Magdeburg. Mehr als 900 Zahnunfälle ereignen sich Jahr für Jahr an den allgemeinbildenden Schulen in Sachsen-Anhalt. Bei Spiel, Sport und Raufereien kommt es immer wieder zu Verletzungen, bei denen Zahnstücke abbrechen oder ganze Zähne ausgeschlagen werden. "Die meist neun- bis zwölfjährigen Schüler brauchen allerdings nicht mit Zahnlücken oder Restzähnen herumzulaufen, wenn, ja wenn der ausgeschlagene Zahn oder das Zahnbruchstück unmittelbar nach dem Unfall fachgerecht aufbewahrt und zum Zahnarzt gebracht wird", sagte gestern der Präsident der Zahnärztekammer, Frank Dreihaupt, vor der Presse.

Die fachgerechte Aufbewahrung besteht in diesem Fall aus einer sogenannten Zahnrettungsbox, einem mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllten Gläschen. Bereits 2008 wurden in einer Kooperation zwischen Zahnärztekammer und Techniker Krankenkasse (TK) alle Grundschulen des Landes kostenfrei mit solchen Rettungsboxen ausgestattet. Da die Haltbarkeit der Flüssigkeit nun abläuft, haben die beiden Partner gestern ihre Kooperationsvereinbarung erneuert.

"Insgesamt 600 Zahnrettungsboxen werden ab sofort an alle Schulen verteilt", sagte TK-Chef Jens Hennicke. Die TK habe sich bundesweit zum Vorreiter dieser Aktion gemacht, weil sie sich im besonderen Maße für die Kindergesundheit stark mache. Positiver Nebeneffekt sei für die TK dabei, dass ein wieder erfolgreich eingesetzter Zahn ein Vielfaches an Kosten spare.

Neben den Zahnunfällen auf Schulhöfen ereignen sich rund 40 Prozent aller Zahn- und Mundverletzungen beim Sport, weiß Dirk Wagner, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer. Gemeinsam mit dem Landessportbund appelliere die Zahnärzteschaft deshalb an die 3100 Sportvereine, auch auf Sportplätzen, in Turn- und Schwimmhallen Zahnrettungsboxen bereitzuhalten. Meinung