Der wirtschaftliche Aufschwung und der Trend zur sicheren Geldanlage beflügeln auch das sachsen-anhaltische Baugewerbe. Insbesondere vom Wohnungsbau kommen ermutigende Auftragsimpulse.

Magdeburg. Das Baugewerbe in Sachsen-Anhalt hat momentan gut zu tun. Auftragsüberhänge aus dem Vorjahr und neue Verträge füllen die Orderbücher. In fast allen Segmenten, ausgenommen der Straßen- und Tiefbau, liegen derzeit die Umsatzzahlen deutlich über dem Niveau des Vorjahres, sagte der Hauptgeschäftsführer des sachsen-anhaltischen Baugewerbe-Verbandes, Giso Töpfer, im Volksstimme-Gespräch. "Besonders erfreulich für uns ist die derzeitige Situation im Wohnungsbau", fügte er hinzu.

Nach den aktuellsten Zahlen hatte das einheimische Baugewerbe im Februar fast 90 Prozent mehr Wohnungsbauaufträge als im Februar 2010 in den Büchern, der Umsatz stieg im Jahresvergleich gar um 116 Prozent. Zum Bauhauptgewerbe in Sachsen-Anhalt zählen etwa 3000 Betriebe mit insgesamt rund 30000 Beschäftigten.

Die größten Auftragsimpulse kommen aus dem Einfamilienhaus-Bereich, der Sanierung von alten beziehungsweise in der Nachwendezeit errichteteten und nunmehr vielfach wieder zur Modernisierung anstehenden Gebäuden als auch aus Maßnahmen zur Energieeinsparung wie Dämmungen. Bei Einfamilienhäusern habe die Zahl der Baugenehmigungen in Sachsen-Anhalt im Jahresvergleich um 1,8 Prozent zugenommen. Wenn sich die Entwicklung so fortsetze, könne das Wirtschaftsergebnis des Vorjahres "wenigstens" erreicht werden.

Die Zeichen dafür stehen gut. Die Nachfrage nach Baugrundstücken in guter Lage vor allem in den Großstädten in Sachsen-Anhalt ist derzeit enorm hoch. In grünen Stadtteilen sind kaum baureife Areale zu bekommen.

Laut der Förderbank des Bundes und der Länder KfW setzt der Wohnungsneubau in Deutschland in diesem Jahr die positive Entwicklung des Jahres 2010 fort und lässt einen anhaltenden Aufschwung erwarten. Gestützt werden die positiven Aussichten durch Frühindikatoren wie die Zahl der Baugenehmigungen. Danach wurden im Jahr 2010 Anträge für rund 167800 neu zu errichtende Wohnungen positiv beschieden – 6,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Insgesamt geht die KfW davon aus, dass die Zahl der Wohnungsneubauten von 148000 im vergangenen Jahr aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen mit niedrigem Zinsniveau, rückläufiger Arbeitslosigkeit und einem Anstieg der Einkommenserwartungen im laufenden Jahr auf etwa 156000 steigen wird. Meinung I