Halle (dapd/vs). Die Stadt Halle macht gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen am Sonntag, 1. Mai, mobil. Das "Bündnis für Zivilcourage - Halle gegen Rechts", die Stadt und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben zu Demonstrationen und Kundgebungen aufgerufen. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der gemeinsam mit Kultusminister Stephan Dorgerloh und Sozialminister Norbert Bischoff (beide SPD), an der Demonstration der Stadt und des DGB teilnehmen will, appellierte an alle Demonstranten, sich friedlich und kooperativ zu verhalten. Sachsen-Anhalt werde sich weltoffen und tolerant zeigen, sagte der Minister.

Neonazis der sogenannten Freien Kräfte haben den Aufmarsch angemeldet, zudem 300 bis 500 Teilnehmer erwartet werden. Die Veranstalter der Gegendemonstrationen rechnen mit etwa 1.600 Teilnehmern. Die Polizei wird laut Innenministerium mit einem Aufgebot von rund 1.000 Polizeibeamten vor Ort sein.

Dorgerloh betonte: "Wir müssen zeigen, dass in Sachsen-Anhalt kein Platz für die Ideologien der Neonazis ist." Er wolle nie wieder einen Wahlabend erleben, an dem man Sorge haben müsse, ob Neonazis ins Parlament einziehen. "Gerade die zu hohe Zahl von Erstwählern, die der NPD ihre Stimme geben, ist für uns eine Herausforderung, noch intensiver für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt einzutreten."

Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) sagte, "bunt, gewaltfrei und fantasievoll werden wir uns dem provokativen Naziaufmarsch entgegenstellen." Mit den verschiedenen Gegendemonstrationen wolle die Stadt zeigen, dass "sie den Aufmarsch der Rechten nicht will".