Magdeburg. 5,25 Millionen Euro, gestreckt auf die kommenden fünf Jahre – mit diesem Zuschuss zum regulären Haushalt kann die Hochschule Magdeburg-Stendal planen. Als einzige Hochschuleinrichtung Sachsen-Anhalts hat sie im Programm "Qualitätspakt Lehre – Einsatz für optimale Studienbedingungen" überzeugen können (die Volksstimme berichtete).

Hochschulrektor Andreas Geiger sagt: "Die Auswahl der Hochschule Magdeburg-Stendal sehe ich als eine Anerkennung für das von uns vorgelegte Konzept." Bemerkenswert sei das Programm nicht zuletzt deshalb, weil in den vergangenen Jahren seitens des Bundes nahezu ausschließlich die Forschung an den Hochschulen und Universitäten gefördert worden ist – nicht aber die Kernaufgabe der Lehre, so Geiger.

In mehreren Bereichen soll in den kommenden Jahren die Lehre an den beiden Standorten der Hochschule mit dem zusätzlichen Geld weiter verbessert werden, erläutert Anne Lequy, Prorektorin für Forschung und Lehre. Die Hochschulleitung will beispielsweise ein eigenes Zentrum für Lehrqualität und Hochschuldidaktik etablieren.

Damit soll angeknüpft werden an bereits bekannte Instrumentarien wie die zentrale Lehrevaluation. Das Zentrum soll eine zentrale Anlaufstelle sein und dem gesamten Lehrpersonal im Allgemeinen, speziell aber den neuen Lehrkräften ein hochschuldidaktisches Weiterbildungsprogramm anbieten.

Ein "Raum der Lehre" soll für hochschuldidaktische Lehrveranstaltungen und für die Ausbildung von Mentoren und Tutoren eingerichtet werden. Anne Lequy sagt: "Es gibt bislang keine Stelle, an der Mitarbeiter lernen können, wie man am besten einen neuen Studiengang aufbaut. Diese Lücke möchten wir schließen." Andreas Geiger ergänzt: "Unser Wunsch ist es ausdrücklich, mit dem neuen Zentrum auch ins ganze Bundesland hinein zu wirken." Sprich: Es sollen auch andere Hochschulen und die Universitäten profitieren.

Weitere Vorhaben, mit denen die Lehre an der Hochschule vorangebracht werden soll, sind ein jährlicher Preis für ausgezeichnete Lehre und ein hochschulweiter "Tag der Lehre".

Auch direkt im Leben der Studenten sollen die Berliner Millionen ihre Auswirkungen zeigen. "Wir wollen in Studiengängen, die besonders stark nachgefragt werden, zusätzliche Mitarbeiter einstellen", sagt Andreas Geiger. Mit kleineren Lerngruppen soll so das Studium verbessert werden. Zur Optimierung des Studienbeginns und um optimale Startbedingungen für Studienanfänger zu schaffen, sollen zudem Vorkurse und ein Mentorenprogramm organisiert werden.

Die Erweiterung des E-Learnings und ein höherer Praxisbezug bei Bachelorstudiengängen zum Beispiel durch den Aufbau weiterer dualer Studiengänge sind weitere Vorhaben.

"Außerdem geht es uns darum, die Internationalität unserer Studiengänge zu steigern und ein individuelleres Studium zu ermöglichen", sagt Prorektorin Anne Lequy. Mehr Individualität – das bedeutet beispielsweise, dass die Bedürfnisse studierender Eltern und von Studenten mit Migrationshintergrund stärker berücksichtigt werden.

Sachsen-Anhalt liegt mit nur einer Zusage für Fördermittel in der ersten Vergaberunde gleichauf mit Schleswig-Holstein und Bremen. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 18 Hochschulen und Universitäten. In Sachsen kommen sieben, in Brandenburg sechs und in Thüringen fünf Hochschulen und Universitäten in den Genuss der zusätzlichen Gelder. Bislang wurden 111 Hochschulen mit Zuschuss-Zusagen über 600 Millionen Euro bedacht.

In einer zweiten Runde haben weitere im Herbst die Chance, den Zuschlag für Gelder aus dem Förderprogramm zu bekommen. Bis 2020 sollen über das Förderprogramm des Bundes zwei Milliarden Euro in die Lehre fließen.

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