Aken/Halle (dpa). Mit dem Fund einer Münze aus dem 14. Jahrhundert in Aken (Anhalt-Bitterfeld) ist die Erforschung des spätmittelalterlichen Geldumlaufs deutlich vorangekommen. Es sei das erste Exemplar des sehr seltenen sogenannten hessischen Groschens, dessen Echtheit garantiert sei, teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle gestern mit. Die Münze sei vermutlich um 1390 in Rotenburg an der Fulda entstanden. Bisher seien lediglich sechs Exemplare des hessischen Groschens bekannt gewesen.

Der Groschen war im Frühjahr 2003 zusammen mit tausenden anderen Münzen in der Innenstadt von Aken gefunden worden. Erst im Januar 2009 begann ein Münzexperte, den Fund genau zu untersuchen. Bislang wurden laut Landesamt mehr als 2100 Groschenmünzen exakt bestimmt.

Der Münzschatz spiegele den ersten großen inflationsartigen Währungsverfall in der meißnisch-sächsischen Münzgeschichte wider. Wegen der zahlreichen kupferhaltigen Kreuz- und Fürstengroschen gehen die Forscher davon aus, dass der Schatz um 1405 vergraben wurde. Es sei der Höhepunkt des Geldverfalls in den wettinischen Landen gewesen.