Freyburg (dpa). Der Frost der vergangenen Wochen hat dem Weinbau in Sachsen-Anhalt geschadet. "Den Reben ist nichts passiert, aber was wehtut, sind die Mauern", sagte der Präsident des Weinbauverbandes Saale-Unstrut, Siegfried Boy, in einem Gespräch. Der Frost habe große Bereiche der Mauern auf den terrassenförmigen Weinbergen aufgesprengt und zum Einsturz gebracht. Bereits im vergangenen Jahr mussten beschädigte Bereiche nach dem Winter restauriert werden. 60 Prozent der Kosten übernahm das Land. "Heute sind mehr Quadratmeter eingestürzt, die gleiche Summe von damals würde nicht ausreichen", erklärte Boy.

Pro Quadratmeter rechnet Boy mit einer Summe von 500 Euro für die Restaurierungsarbeiten. Die 600 Hektar großen Anbauflächen in Sachsen-Anhalt hätte es aber schlimmer treffen können. "Die Kälte von Minus 20 Grad war knapp an der Grenze", sagte Boy. Im Jahr 2009 seien nach einer Kälteperiode unterhalb der Minus-25-Grad-Marke empfindliche Schäden an den Reben entstanden.

Das Hochwasser im Weinbaugebiet an der Saale habe keine gravierenden Auswirkungen gehabt. Die Reben seien hoch oben wenig gefährdet. Einige Zufahrtswege seien überschwemmt worden. "Aber um diese Jahreszeit muss kaum jemand an den Hang – man holt sich nur dreckige Füße", sagte Boy.

Prognosen für die Ernte in diesem Jahr wollte Boy noch nicht abgeben. "Das Jahr ist noch ein Weilchen hin und zunächst müssen wir die Eisheiligen abwarten", erklärte Boy. In dem Gebiet, das zu den kleinen unter den 13 deutschen Anbaugebieten gehört, wachsen etwa 30 Rebsorten. Dazu gehören bei den Weißweinen auch Silvaner, Weiß- und Grauburgunder; zudem wird Rotwein hergestellt, wie Dornfelder, Portugieser und Blauer Zweigelt.