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Wenn am Montag bei Pfeiffers in Magdeburg der Grundstein für das erste stationäre Kinderhospiz Sachsen-Anhalts gelegt wird, ist das auch ein Sieg für Tabea Friedersdorf. Seit Jahren kämpft sie dafür, dass Tod und Sterben kein Tabu mehr sind. Mit Erfolg.
Magdeburg l Der Tod. Ohne ihn gäbe es kein Leben, und doch blenden die meisten Menschen das Ende der eigenen körperlichen Existenz selbst im Angesicht der Vergänglichkeit um sie herum konsequent aus. Bis das Ende naht. "Der Tod ist die absolute Beleidigung des Menschen und seiner Fantasie von der Allmächtigkeit", sagt Christoph Radbruch, Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg. Früher, als Tote noch zu Hause aufgebahrt wurden, habe das Sterben selbstverständlich zum Alltag gehört. Im Fortschrittsdenken der Moderne soll der Tod keinen Platz mehr haben - die Menschen reizen die Möglichkeiten von Medizin und Technik immer mehr aus, werden immer älter. Und sterben am Ende doch.
Auf dem Stiftungsgelände von Pfeiffers, in den roten Backsteinmauern des Luisenhauses, arbeitet Tabea Friedersdorf. Für sie und ihre Mitarbeiter ist der Tod ein alter Bekannter: Man grüßt ihn freundlich, statt die Augen vor ihm zu verschließen. Hier gibt es seit mittlerweile neun Jahren ein stationäres Hospiz für Erwachsene. Hunderte Schwerstkranke und Sterbende sind in dieser Zeit gekommen und nach ein paar Stunden, Tagen, Wochen oder Monaten wieder gegangen. Die Kapazitäten sind nahezu ausgelastet, die Wartelisten lang.
Tabea Friederdorf ist vom ersten Tag an dabei und hat mittlerweile das nächste Ziel ins Auge gefasst: Den Aufbau des ersten stationären Kinderhospizes in Sachsen-Anhalt. Nicht auf der grünen Wiese, sondern unter dem Dach des Luisenhauses sollen Ober- und Dachgeschoss bis November 2012 für 900000 Euro ausgebaut werden. Das Kinderhospiz hat einen anderen Anspruch als das der Erwachsenen, sagt sie: "Unten versterben die Leute. Die Kinder gehen zum Sterben nach Hause." Das Kinderhospiz soll darum eher eine Einrichtung zum Auftanken für die Eltern sein - und zum Lösen vom Kind, je nach Bedürfnis.
Fünf Zimmer mit acht flexiblen Betten soll es geben, zeigt die Hospizleiterin großformatige Bauzeichnungen. Ein Snoezelraum, eine Wohlfühloase mit Whirlpool und Beregnung, Wintergarten und Spielzimmer, ein großer Balkon, im Dachgeschoss ein Lager und die Besucherzimmer für Angehörige - Tabea Friedersdorf sieht die Räume schon vor ihrem geistigen Auge. Und auch sie wird als Bereichsleiterin dort ein Büro beziehen.

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