Tübingen I Eigentlich wollte Boris Palmer nur eine Apfelschorle trinken. Palmer, im Hauptberuf Oberbürgermeister von Tübingen, war nach eigenen Angaben mit dem Fahrrad unterwegs und gegen 18 Uhr in einem Gasthaus im schwäbischen Albstadt eingekehrt. Die Sonne schien - ideal, um auf der Terrasse zu entspannen. Doch Palmer hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

"Mir welled draussa zu-macha. Sie müssed nei sitza", schilderte Palmer die Aussage der Kellnerin auf Facebook. Als er vorgeschlagen habe, sein Glas einfach selbst mit raus auf die sonnige Terrasse zu nehmen, habe ihn der Wirt rausgeworfen: "Sie kriaget nix. Fertig." Palmer verabschiedete sich via Facebook mit den Worten: "Wenn mr aufm Rathaus so schafft dät wie hier, dann dätet ihr mit der Mistgabel nauf ganga", was so viel heißt, dass die Wirtsleute ihn mit der Mistgabel bedroht hätten, wenn er im Rathaus so arbeiten würde.

Palmer wird im Netz seither wahlweise als Vorkämpfer für guten Service gefeiert - oder als Rüpel niedergemacht. Obwohl er inzwischen einlenkt und dem Wirt angeboten hat, einen Nachmittag als Kellner zu arbeiten, macht das Wort von der "Servicewüste Schwäbische Alb" die Runde.

Damit solche Unworte gar nicht erst aufkommen, hatte der Verein Ferienland Schwarzwald schon vorher eine reizvolle Anzeige geschaltet. So reizvoll, dass der Deutsche Werberat den Verein zu einer Stellungnahme aufforderte. Die Werbung zeigt die Silhouette einer Frau und daneben einen vielsagenden Spruch. Kommentar auf Facebook: Geile Gegend. egw