London (dpa). Prinz Andrew stiehlt seinem Neffen Prinz William gerade den Platz auf den Titelseiten britischer Zeitungen – unfreiwillig. Die Medien breiten genüsslich die dubiosen Kontakte Andrews zu zwielichtigen Figuren aus – und bringen ihn massiv in Schwierigkeiten.

Genüsslich breitet die Presse Bericht um Bericht aus. Alle sind voll mit teils schlüpfrigen Details und zeigen, in welch oft zwielichtigen Kreisen sich seine Hoheit die Zeit vertrieben hat. Die Palette der Kontakte reicht von Gaddafi-Sohn Saif, über kasachische Oligarchen bis zu einem verurteilten Kinderschänder.

Zunächst sah es so aus, als könnten Andrew und seine PR-Strategen den Generalangriff locker kontern. "Die Andeutungen und Unterstellungen, die in Bezug auf den Prinzen gemacht wurden, sind haltlos", schrieb sein Privatsekretär Alastair Watson in einem offenen Brief an die "Times". Doch die Kritiker in Regierung und Parlament, vereint mit fast der gesamten britischen Presse, lassen nicht locker. Mittlerweile spricht viel dafür, dass sich Andrew bald einen neuen Job suchen muss. "Es gibt große Besorgnis – nicht nur über das, was bisher berichtet wurde, sondern über das, was noch herauskommen könnte", sagte ein Spitzenbeamter aus der Regierung von Premierminister Cameron der Zeitung "Sunday Telegraph".