Das Industrieland Japan bittet die Welt dringend um Hilfe. Das Erdbeben, der Tsunami und die Atomunfälle haben verheerende Folgen. Viele Regierungen schicken Spezialisten. Hilfsgruppen rufen zu Spenden auf.

Berlin/Tokio (dpa). In den Tagen nach dem Erdbeben und der riesigen Flutwelle in Japan ist die internationale Hilfe für das Land angelaufen. Deutschland, die USA und viele andere Staaten schicken Spezialisten oder sagten Unterstützung zu. Aus Deutschland sind die ersten Teams in Japan eingetroffen, so ein Trupp des Technischen Hilfswerkes (THW).

Die THW-Mannschaft aus 41 überwiegend ehrenamtlichen Helfern war am frühen Sonntagabend mit einem Bus und zwei Lastwagen vom Flughafen Narita losgefahren. Mit dabei ist auch ein Strahlenexperte. Zur Ausrüstung der Mannschaft gehören Wärmebildkameras, Ortungsgeräte, Betonkettensäge und Schneidegeräte für Stahl. Für einen Einsatz in einem radioaktiv verstrahlten Gebiet sind die Helfer allerdings nicht ausgerüstet.

Hilfsorganisationen riefen zu Spenden für die Menschen auf, die als Folge des Bebens und des Tsunamis Angehörige oder ihr Zuhause verloren haben. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagte, er habe Anrufe oder andere Solidaritätsbekundungen aus Dutzenden von Staaten bekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte langfristige Unterstützung beim Wiederaufbau der zerstörten Landstriche zu. Mehrere Hilfsgruppen stellten Geld zur Verfügung und riefen zu Spenden auf.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) rief ebenfalls zu Spenden auf. Mit dem Geld soll das Japanische Rote Kreuz unterstützt werden, das seit Tagen ununterbrochen im Einsatz ist. In 86 Teams seien 600 Ärzte, Sanitäter und Pfleger unterwegs. Ein Caritas-Sprecher sagte, besonders nötig sei der Aufbau einer Infrastruktur.

Die USA entsandten rund 140 Katastrophenhelfer. Die Teams bringen 75 Tonnen Hilfsmaterial und Suchhunde mit ins Land. Zuvor hatten die Vereinigten Staaten bereits zur Unterstützung einen Flugzeugträger und Kühlmittel für das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima nach Japan geschickt.

Die Regierung in Moskau teilte mit, dass sich etwa 200 russische Rettungskräfte und Mediziner auf einen Einsatz vorbereiten. Die Helfer haben ein mobiles Krankenhaus dabei.

Mehr als 60 Fachleute eines Such- und Rettungsteams aus Großbritannien sind auf dem Weg. Auch Neuseeland, Australien, Indonesien und Bulgarien schicken Rettungsteams in das Katastrophengebiet.

Gestern ist im Süden Japans ein Vulkan ausgebrochen. Der Shinmoedake spuckte Asche und Felsen. Ob der Ausbruch in Verbindung mit dem Erdbeben steht, blieb zunächst unklar.

Bilder