Ein Großbrand hat rund ein Fünftel des bedeutenden Naturschutzgebietes Hohes Venn bei Aachen vernichtet. Es ist eines der größten europäischen Hochmoorgebiete und Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere. Rund 350 Feuerwehrleute waren gestern im Einsatz, die Löscharbeiten könnten noch mehrere Tage dauern.

Eupen (dpa). Das Feuer in dem Hochmoor sei unter Kontrolle, sagte Einsatzleiter Claudy Marchal gestern. Beim größten Brand im Hohen Venn seit 60 Jahren seien rund 1000 Hektar vernichtet worden – das ist etwa dreimal so groß wie der Central Park in New York. Die Brandursache ist noch nicht bekannt, die Feuerwehr sieht aber keine Hinweise auf Brandstiftung. Wegen der extremen Trockenheit war das Venn für Wanderer gesperrt, an den Randbereichen aber begehbar.

Im Moor können nicht nur überirdisch die trockenen Gräser brennen, unterirdisch kann auch Torf kokeln – die befürchteten Torfbrände blieben aber aus. Dennoch könnten die Löscharbeiten noch zwei bis drei Tage dauern, sagte Marchal.

Das Feuer war Montagnachmittag ausgebrochen, anscheinend in der Nähe der belgischen Gemeinde Baelen. Mit dem starken Wind hatten sich die Flammen in dem teils unwegsamen Gelände schnell ausgebreitet. Die Rauchsäule war noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Helfer sprachen von einem Inferno. So extrem trocken wie jetzt war es zuletzt 1947.

Rund 350 Feuerwehrleute, darunter auch 70 deutsche, seien im Einsatz. Die Arbeitsbedingungen seien sehr schwierig, sagte Marchal. Die Helfer müssten viele Meter Schlauch verlegen.

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