Magdeburg/Offenbach (kc). Der Mai 2010 war bislang alles andere als ein Wonnemonat. Was viele enttäuscht bemerkt haben, bestätigt auch der Deutsche Wetterdienst (DWD): "Der Mai war in diesem Jahr extrem kalt", sagte Sabine Kaunert von der Messstation in Magdeburg gestern der Volksstimme. "Nur an drei Tagen hat das Thermometer die 20-Grad-Marke überschritten, und es war noch nicht mal ein Sommertag dabei."

Mit 10,8 Grad Celsius lag die durchschnittliche Temperatur in Magdeburg um 2,2 Grad unter dem vieljährigen Wert. Während in vorhergehenden Jahren auch schon 25 bis 29 Grad erreicht worden seien, maximal sogar 32, habe der Höchstwert diesmal nur 22,4 Grad Celsius betragen.

Bei den ungewöhnlich niedrigen Temperaturen bildet Sachsen-Anhalt in Deutschland keine Ausnahme. "Das war bundesweit der kälteste Mai seit 1991", wie DWD-Sprecher Gerhard Lux in Offenbach sagte.

Doch mit der Kälte nicht genug: Der Monat war nicht nur kühl, sondern auch verregnet und damit extrem arm an Sonnenschein. Die Sonnenstunden kamen nur auf 60 Prozent des üblichen Werts.

Mit 104 Litern Niederschlag pro Quadratmeter regnete es außerdem in diesem Mai dreimal soviel wie sonst – besonders viel im Osten. Sachsen-Anhalt, sonst eher trocken, steht dabei an der Spitze aller Bundesländer.

In Magdeburg fiel rund das Vierfache des Niederschlagsolls im Mai von 47 Litern pro Quadratmeter. Der bisherige Spitzenwert stammt aus dem Jahr 1961 – damals wurde eine Monatssumme von 113 Litern gemessen. Die Sonne schien im Mittel nur 116 Stunden lang (206 Stunden). Harzgerode meldete mit etwa 106 Stunden den niedrigsten Wert seit 1961.