Es spielt Musik ab, macht gestochen scharfe Fotos und erinnert pünktlich an Geburtstage: das Handy. In Verbindung mit dem Internet können Mobilfunkgeräte sogar noch mehr. An den vielen neuen Funktionen werden aber nur solche Nutzer Freude haben, die sich vor Attacken aus dem Netz wappnen.

Augen auf in der Online-Welt

Rund 10,4 Millionen Deutsche ab 14 Jahren gehen mit dem Handy online, hat TNS Infratest kürzlich ermittelt. Viele Nutzer vergessen dabei aber eines: Wer mobil E-Mails verschickt oder über den Messenger mit Freunden chattet, öffnet sein Handy nicht nur für die Segnungen, sondern auch für die Risiken der Online-Welt. Zwar gibt es für Handys bei weitem nicht so viele Viren, Würmer und Trojaner wie für Computer. Dennoch gelangen immer wieder schädliche Programme in Umlauf, die etwa Adressbücher löschen, Daten stehlen oder unbemerkt MMS mit Fotos verschicken. Die Urheber solcher Angriffe profitieren davon, dass es nur eine begrenzte Zahl von Betriebssystemen für Handys gibt. Das vereinfacht die Übertragung von einem Gerät aufs nächste. Hinzu kommt, dass es relativ leicht fällt, Software fürs Handy zu programmieren. Das ist von den Handyherstellern durchaus gewollt, weil es Millionen von Laien in der ganzen Welt ermutigt, eigene Ideen umzusetzen. Die unerwünschten Nebeneffekte reichen aber von pubertärem Schabernack bis zu kriminellem Datenraub.

Vorbeugen ist besser als heilen

Experten empfehlen unter anderem, für Downloads nur auf die Homepage des Mobilfunkanbieters oder andere vertrauenswürdige Portale zu surfen. Außerdem solle der Nutzer mit Nein antworten, wenn das Mobiltelefon nachfragt, ob ein Programm installiert werden soll, das er nicht selbst angefordert hat. Wer E-Mails empfängt und verschickt, sollte ein Anti-Viren-Programm installieren. Unabhängig davon, ob sie mobil surfen oder nicht, sollten Handybesitzer Bluetooth nur bei Bedarf einschalten. Zwar übertragen sich Handyviren bevorzugt über E-Mail. Weit hinterhältiger sind aber Programme, die sich die kabellose Kurzstreckenverbindung Bluetooth zunutze machen. Fast jedes Mobiltelefon verfügt heute über diese Funktion. Ist sie beispielsweise im Restaurant eingeschaltet, kommuniziert das Handy mit allen aktiven Geräten an den anderen Tischen. Ein Willkommensgruß für Viren. Allgemeine Infos zur Mobilkommunikation gibt es beim Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF)