Berlin - Weniger als ein Prozent der Studierenden erhalten ein Deutschland-Stipendium - trotzdem sollten Erstsemester sich auf jeden Fall darum bemühen. "Wer den Zuschlag bekommt, erhält 300 Euro pro Monat, die er nicht zurückzahlen muss", sagt Stefan Grob, Sprecher des Deutschen Studentenwerks in Berlin.

Ihren Lebensunterhalt können Studenten mit dem
Deutschland-Stipendium nicht finanzieren - doch es sei ein guter Zuverdienst. Um die Stipendien bewirbt man sich bei den Hochschulen. Ob die eigene Uni mitmacht und welche Fristen dabei einzuhalten sind, erfährt man am einfachsten auf der jeweiligen Homepage.


Laut Statistischem Bundesamt bekamen im vergangenen Jahr 22 500 Hochschüler das Deutschland-Stipendium. Damit stieg die Zahl der Stipendiaten im Vergleich zum Vorjahr zwar um 14 Prozent. Gemessen an der Gesamtzahl aller Studenten bekamen aber nur 0,84 Prozent die monatlich 300 Euro Fördergeld. "Ursprünglich sollten es mal zehn Prozent der Studenten erhalten, jetzt wird das immer weiter nach unten korrigiert", moniert Grob. Kritisiert wird weiter der hohe Verwaltungsaufwand des Programms. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb inzwischen, das Deutschland-Stipendium abzuschaffen und die freien Mittel ins Bafög fließen zu lassen.

Laut dem Bildungsministerium sollen bei der Auswahl der Stipendiaten nicht nur gute Noten, sondern auch gesellschaftliches Engagement sowie die Überwindung biografischer Hürden zählen. "Unser Eindruck ist allerdings, dass die Auswahl bisher vor allem über die Noten läuft", erklärt Grob. Überdurchschnittlich häufig werden die Stipendien außerdem an angehende Ingenieure vergeben. Studierende erhalten die Förderung grundsätzlich für mindestens zwei Semester - sie ist unabhängig vom Einkommen der Eltern.