Juckende Quaddeln, tränende Augen, Schnupfen und Asthma. All das können Symptome für Allergien sein. Über die Möglichkeiten der Diagnose und Behandlung informierten sich viele Leser in einem Volksstimme-Telefonforum mit Allergie-Spezialisten des Magdeburger Uniklinikums. Uwe Seidenfaden stellte eine Auswahl von Fragen und Antworten zusammen.

Frage : Ich bin Pollenallergiker. Vor 24 Jahren bekam ich schon einmal eine Hyposensibilisierung. Das half mir vorübergehend. In diesem Sommer hatte ich jedoch wieder sehr starke Symptome. Ist es möglich, noch einmal eine Hyposensibilisierung zu machen ?
Antwort : Eine erneute Hyposensibilisierung ( spezifische Immuntherapie ) ist prinzipiell möglich. Zuvor muss jedoch eine erneute Allergietestung durchgeführt werden, um zu sehen, gegen welche Allergene diesmal gezielt hyposnesibilisiert werden sollte. Wenn es sinnvoll ist, kann die spezifische Immuntherapie auch im fortgeschrittenen Alter durchgeführt werden. In den vergangenen Jahrzehnten ist die spezifische Immuntherapie verbessert worden. Es ist möglich, verschiedene Allergene in gereinigter Form und geringer Dosis direkt unter die Haut zu injizieren oder sie in Tablettenform einzunehmen. Damit wird das Abwehrsystem darauf trainiert, auf die eigentlich harmlosen Allergene nicht mit einer Immunantwort zu reagieren. Der Herbst ist eine gute Zeit, mit einer spezifischen Immuntherapie gegen Frühblüher zu beginnen.

Frage : Ich fühle mich seit einigen Wochen schnell erschöpft und atemlos. Was kann die Ursache sein ?

Antwort : Die Symptome können unter anderem durch Herzkreislaufbeschwerden, verschiedene Atemwegserkrankungen, Entzündungen der Speiseröhre bzw. Tumoren hervorgerufen werden. Sie sollten sich deshalb unbedingt medizinisch untersuchen lassen.

Frage : Wer führt eine Allergiediagnostik durch ?

Antwort : Die Diagnostik wird von Fachärzten für HNO, Haut- und Lungenfachärzten mit der Zusatzbezeichnung Allergologie durchgeführt. Auskunft, wo diese Ärzte wohnortnah in Sachsen-Anhalt zu finden sind, erteilt die Kassenärztliche Vereinigung ( Tel .: ( 03 91 ) 6 27 60 00, Internet : www.kvsa.de/index.php?id=112027000027 ).

Frage : Mein Enkel ( sechs Jahre ) bekommt gelegentlich aus heiterem Himmel Atemprobleme und Husten. Kann eine Allergie die Ursache sein ?

Antwort : Plötzlich auftretender Reizhusten, Atemnot und pfeifende Atemgeräusche können Symptome eines allergischen Asthmas sein. Beim Asthma liegt eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Reize vor. Auslösende Faktoren können beispielsweise Tierhaare, Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen aber auch Tabakrauch sein. Stress, psychische Belastungen und Kälte können ebenfalls einen Reizhusten sowie Atemnot auslösen. Eine ärztliche Untersuchung zur Abklärung der Ursachen ist zu empfehlen.

Frage : Seit einiger Zeit bekommt meine Tochter nach jedem Duschern rötliche, leicht geschwollene Stellen am Körper. Nach einigen Tagen klingen die Beschwerden wieder ab. Ist das eine Allergie ?

Antwort : Das sollte mit Allergie-Tests beim Hautarzt geklärt werden. Möglichwerweise handelt es sich um eine Kontaktallergie.

Frage : Zusätzlich zum Heuschnupfen habe ich eine Allergie gegen Nüsse, Äpfel, Kirschen und Sellerie. Kann mir eine zweite Hyposensibilisierung, rund zehn Jahre nach der ersten, helfen ?

Antwort : Leider ist eine Hyposensibilisierung gegen bestimmte Nahrungsmittelallergene nicht so erfolgreich wie eine Hyposensibilisierung für Pollenallergiker. Und leider hilft auch nicht immer, das Obst und Gemüse zu kochen oder zu dünsten. Beobachten Sie deshalb sehr genau, auf welche Obstsorten Sie allergisch reagieren und meiden Sie diese Früchte konsequent.

Frage : Ich habe Heuschnupfen und reagiere auch auf Beifußpollen. Neuerdings wurde zudem eine Allergie auf Karotten festgestellt. Es kratzt und juckt im Rachen und die Mundschleimhaut ist angeschwollen. Was lässt sich tun ?

Antwort : Nahezu jeder zweite Pollenallergiker entwickelt sich eine Überempfindlichkeit auf Nahrungsmittel, die botanisch direkt mit den Familien der Pollenträger verwandt sind. Desweiteren gibt es Pseudoallergien auf histaminreiche Lebensmittel wie Emmentaler, Schokolade und Rotwein. Nach Möglichkeit sollte man die Allergene meiden.

Frage : Mein Partner hat eine Hausstaubmilbenallergie. Was können wir tun, um die Allergenbelastung in unserem neuen Heim so gering wie möglich zu halten ?

Antwort : Milbenallergiker haben es schwer, den Allergieauslösern auszuweichen. Milbenkot steckt beispielsweise in Teppichen, Vorhängen, Betten, Polstermöbeln, Kleidern und Plüschtieren. Nach Möglichkeit sollten deshalb alle unnötigen Staubträger aus der Wohnung entfernt werden. Zu empfehlen sind Milbendichte Bezüge für Matratzen, Kopfkissen und Bettdecken. Fußböden sollen glatt, pflegeleicht, fugendicht und täglich gewischt werden. Wenn Teppiche verwendet werden, sollten sie kurzflorig sein. Für Allergiker bieten sich Staubsauger mit speziellen Abluftfiltern an. Sie verhindern, dass Staubpartikel aus dem Beutel entweichen.

Im Schlafzimmer sollte grundsätzlich ein Fußboden liegen, der feucht gewischt werden kann. Auch Luftentfeuchter vermögen die Milben zu dezimieren. Alle Möbel sollten glatte Flächen besitzen, so dass sie sich leicht reinigen lassen. Auf Pflanzen sollten Allergiker besser verzichten, weil in der Erde Schimmelpilze gedeihen könnten. Auf ärztliche Verordnung kann eine Kostenunterstützung durch die gesetzliche Krankenkasse beantragt werden.

Frage : Seit einigen Wochen habe ich juckende, rötlich-entzündete Flecken an den Oberschenkeln und an den Händen. Meine Frau vermutet, einen Zusammenhang mit den Lederbezügen im Auto. Ist das wirklich möglich ?

Antwort : Armaturen, Lenkrad bzw. die Sitze können durchaus Stoffe enthalten, die allergische Reaktionen auslösen. Das muss allergologisch ausgetestet werden. Auch eine gehobene Lederausstattung schützt leider nicht sicher vor allergischen Reaktionen. Handschuhe, das Umwickeln des Lenkrads oder das Verdecken der Sitze mit Stoff können eine Linderung bewirken.

Frage : Mein Mann und ich machten vor zwei Wochen Urlaub in einem 4-Sterne-Hotel. Das Zimmer war stark parfümiert. Mein Mann, der Allergiker ist, reagierte darauf mit Atembeschwerden. Leider konnte man uns kein anderes Zimmer anbieten.

Antwort : Generell sollten Allergiker ihr Reiseziel mit Rücksicht auf die Allergie auswählen. Dazu gehört es, den Reiseveranstalter über Reiseeinschränkungen durch Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen zu informieren. Ob Sie nachträglich einen Reisemangel beanstanden können, sollten Sie mit Ihren Reiseveranstalter klären.