Magdeburg - Diabetes-Patienten, die in strukturierten Behandlungsprogrammen ( Disease-Management-Programmen ) medizinisch betreut werden, haben signifikante Vorteile gegenüber nicht DMP-Patienten, Das ergab eine breit angelegte Studie der Barmer Ersatzkasse. Während DMP bei der Behandlung chronischer Erkrankungen anfangs umstritten war, belegen demnach heute nachweisbare Fakten den Erfolg.

Die Barmer hat bundesweit die pseudonymisierten Leistungsdaten von je 80 000 Patienten mit Diabetes Mellitus von DMP – Teilnehmern und Nichtteilnehmern in den Jahren 2005 und 2006 verglichen. Es wurde untersucht, ob sich hinsichtlich diabetesspezifischer Komplikationen und Begleiterkrankungen, aber auch der medikamentösen Behandlung und Vorsorge Unterschiede zwischen beiden Gruppen erkennen lassen.

" Die Fakten zeigen eindrucksvoll, dass sich eine Teilnahme am DMP für die Patienten auszahlt ", resümierte Birgit Fischer von der Krankenkasse die Ergebnisse der Studie : So habe die Zahl der Schlaganfälle im Jahr 2006 bei DMP-Teilnehmern rund ein Drittel niedriger gelegen als bei Nichtteilnehmern. Insgesamt weisen DMP-Teilnehmer weniger Krankenhausbehandlungen auf, wobei schwere Ereignisse häufiger im Krankenhaus behandelt wurden. Zudem ist die Zahl der für eine leitliniengerechte Vorsorge notwendigen augenärztlichen Kontakte bei DMP-Teilnehmern signifi kant höher.

Die Analyse macht nach Ansicht der Krankenkasse die Vorteile der strukturierten Behandlungsprogramme für die Patienten deutlich und belegt eindrucksvoll, dass das Behandlungsprogramm einen wichtigen Beitrag leisten kann, um die Herausforderungen in der Versorgung chronisch Kranker zu bewältigen. Insgesamt weniger Schlaganfälle und Amputationen, eine häufi gere leitliniengerechte medikamentöse Versorgung der Patienten und mehr vorsorgende Augenarztuntersuchungen sind die wichtigsten Ergebnisse der medizinischen Studie.