Köln - Mischdüsen in Wasserhähnen können die Qualität des Trinkwassers so sehr verschlechtern, dass es der Trinkwasserverordnung nicht mehr entspricht. Das ergab eine Stichprobe des WDRWirtschaftsmagazins " markt ". Mischdüsen sind siebartige Einsätze am Auslass des Wasserhahns. Sie mischen dem Wasserstrahl Luft bei und sorgen so für einen weicheren Strahl und geringeren Wasserverbrauch.

Bei der Stichprobe wurden in vier von zehn Mischdüsen, die Hygieneexperten aus verschiedenen Haushalten entnommen hatten, bei der mikrobiologischen Untersuchung sehr hohe Zahlen von Wasserkeimen nachgewiesen. Diese können durch Trinken oder bei Kontakt mit offenen Wunden gesundheitsgefährlich sein. In zwei Proben wurden die Keime in so hoher Zahl ins Trinkwasser abgegeben, dass der vorgeschriebene Grenzwert um das 100- und 3000 fache überschritten wurde.

" Solche Feuchtkeime können sich auf die Hände oder auf Lebensmittel übertragen und sich dort vermehren und dann im Extremfall zum Beispiel zu Durchfall und Erbrechen führen ", so Dr. Kay-Detlev Berg, Facharzt für Mikrobiologie, der im Auftrag von " markt " die Auswirkungen der Mischdüsen auf die Trinkwasserqualität untersucht hat. Verbrauchern rät der Experte, die Mischdüsen regelmäßig zu reinigen und zu entkalken. Vor der Entnahme sollte das Wasser auf jeden Fall einen Moment laufen, da die Keimbelastung vor allem in dem Wasser besonders hoch sein kann, das eine Weile im Wasserhahn gestanden hat.