München - Unter deutschen Dächern leben rund 31 Millionen Katzen, Hunde und andere Haustiere. Wenn sie erkranken, kann es für den Besitzer teuer werden. Viele Tierhalter sind jedoch bereit, mehr Zeit und Geld in die Gesundheit ihrer Tiere zu investieren.

Ein gebrochener Hasenfuß, entzündetes Zahnfleisch bei der Perserkatze oder Erstickungsanfall beim Mops - jedes Jahr werden in Deutschland mehrere tausend tierärztliche Eingriffe durchgeführt. Durchschnittlich gibt ein Tierhalter im Jahr rund 60 Euro für den Veterinär aus, im Einzelfall können Behandlungen aber auch deutlich teurer sein. Beim Internationalen Tierärzte-Kongress in München, der am Sonntag zu Ende ging, wurden vier Tage lang die Trends der Tiermedizin vorgestellt. Eine Übersicht über die häufigsten Behandlungsgründe von Vierbeinern:

Kastration: Damit dem Besitzer kein tierischer Nachwuchs ins Haus steht, ist die Kastration von männlichen und weiblichen Katzen, Hunden und Kaninchen heutzutage ein Routineeingriff in der Tierarztpraxis. Bei den männlichen Tieren werden dafür die Hoden abgetrennt, den weiblichen werden die Eierstöcke entnommen. "Das passiert in Vollnarkose, anschließend erfolgt eine Schmerztherapie. Das verkraften die Tiere in der Regel sehr gut", erklärt Professor Roberto Köstlin, Präsident des Tierarztkongresses. Die Kosten für den Routineeingriff richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte und hängen auch vom zeitlichen Aufwand ab. Die Kastration einer Katze kostet etwa 130 Euro, die eines Katers rund 90 Euro.


Zahnbehandlungen: Zahnstein, eine Entzündung des Zahnfleisches oder sogar eines ganzen Zahns können für Tiere sehr schmerzhaft sein. "Im aller schlimmsten Fall muss das gesamte Gebiss gezogen werden", sagt Köstlin, denn häufig treten die Beschwerden immer wieder auf. Auch eine Überkronung einzelner Zähne ist möglich - und das nicht immer nur aus ästhetischen Gründen: Hunde, die zur Jagd oder für die Wache eingesetzt werden, sind auf ein intaktes Gebiss angewiesen. Immer mehr Halter tendieren zum Einsetzen einer Krone und bezahlen dafür etwa ab 1000 Euro.


Orthopädische Eingriffe: Der Riss eines Kreuzbandes im Kniegelenk kann für einen Vierbeiner schlimme Folgen haben - das Bein wird lahm, außerdem ist die Verletzung sehr schmerzhaft für das Tier. "Wir können dann operativ das Kreuzband ersetzen", sagt der Tierarzt. Während sich die Kreuzbänder bei Hunden oft langsam abnutzen, reißen sie bei Katzen meist bei Unfällen. Eine solche Operation kann den Tierhalter zwischen 1300 und 1400 Euro kosten. Physiotherapeutische Behandlungen im Anschluss nehmen in Deutschland stark zu: "Das verletzte Bein kann beispielsweise auf Laufbändern trainiert werden. Die Einstellung der Besitzer hat sich hier stark geändert, sie sind oft bereit viel Zeit zu investieren", sagt Köstlin. Eine Genesung könne oft bis zu einem Jahr dauern.


Knochenbrüche: Da den Tieren nicht einfach ein Gips angelegt werden kann, muss ein Knochenbruch mit Nägeln oder Metallplatten fixiert werden: "Je nach Lage und Material der Platten, müssen diese aber nicht unbedingt wieder entfernt werden", erklärt Köstlin. Außerdem heile der Knochen eines Tieres schneller, als der eines Menschen. Je nach Komplikation des Bruches und nach Größe und Lage der Fixierung muss ein Kleintierhalter für Kosten im vierstelligen Bereich aufkommen.


Krebstherapien: "Die Behandlung von Krebs hat in den vergangenen Jahren einen sehr großen Sprung nach vorne gemacht", sagt Tierarzt Köstlin. Wie bei menschlichen Patienten werden Tumore entfernt, sowie Chemo- und Bestrahlungstherapie eingesetzt. Da der Strahlentherapie nur der Patient ausgesetzt werden kann und sein Besitzer nicht dabei sein darf, muss das Tier in eine Kurznarkose gelegt werden. Die Behandlungskosten liegen dafür im vierstelligen Bereich. Ist der Krebsbefall jedoch ohne Chance auf Heilung, raten Tierärzte dazu, das Tier einzuschläfern.