Haben Asthmamedikamente, die in der Schwangerschaft genommen werden, einen Einfluss auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes? Es antwortet Privatdozent Dr. Jens Schreiber, Fachbereich Pneumologie am Uniklinikum Magdeburg.

Von den meisten modernen Asthmamedikamenten wissen wir, dass sie in der Schwangerschaft sehr gut verträglich sind und keine Gefahr für das Kind darstellen. Die größte Gefahr für das ungeborene Kind stellt ein schwerer Asthmaanfall während der Schwangerschaft dar, der zu einem schweren Sauerstoffmangel für das Kind führen kann und zudem meist eine intensive zusätzliche medikamentöse Therapie erfordert. Asthmatikerinnen, die schwanger werden, dürfen deshalb auf gar keinen Fall ihre Medikamente einfach absetzen. Dies kann eine erhebliche Gefährdung sowohl für das Kind als auch für die Mutter darstellen.

Wenn eine Schwangerschaft geplant eintritt, dann sollte das Asthma idealerweise vorher gut behandelt und kontrolliert sein. Während der Schwangerschaft sollte eine Asthmapatientin alles vermeiden, von dem sie weiß, dass es bei ihr Asthmasteckenden Kranken oder Menschenansammlungen während einer Grippewelle vermeiden, da Infekte den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen können.

Da es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass Asthmapatienten nicht rauchen und dass Zigaretten und Alkohol in der Schwangerschaft konsequent gemieden werden, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt, dass auch Zigarettenrauch – aktiv und passiv – Asthmaanfälle auslösen kann. Das gilt auch für andere Atemwegsreizstoffe und bei besonders empfindlichen Personen auch für kalte Luft.

Sie sollten Ihre Fragen zur Asthmatherapie während der Schwangerschaft und der Geburt mit Ihrem Lungenarzt und mit Ihrem Gynäkologen besprechen.

leserfragen@regio-m.de