Fördermittel für die Modernisierung des Eigenheims

Mit dem Darlehen Sachsen-Anhalt MODERN über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt können Eigentümer, Vermieter und Wohnungsunternehmen ihre Immobilie erneuern.

Darlehen: bis zu 150000 Euro pro Wohneinheit

Zinsfestschreibung: 10 Jahre

Zins (bei Laufzeit von 10 Jahren):

Energieeffizient Sanieren: 0,40 Prozent (nom.)

Altersgerecht Umbauen: 0,80 Prozent (nom.)

Allgemein Modernisieren: 1,80 Prozent (nom.)

Was wird gefördert?

energetische Sanierung, insbesondere neue Wärmedämmung, Heizung und Fenster

altersgerechter Umbau, u. a. Rampen und Treppenlifte

weiterer Modernisierung, z. B. Erneuerung von Elektro- und Wasserversorgung

Beseitigung von Vernässungsschäden

Mehr Informationen gibt es auf: www.ib-sachsen-anhalt.de oder kostenfreie Hotline (0800)5600757 (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags bis 15 Uhr)

Hans-Ulrich Fricke, Verband der Privaten Bausparkassen, Hans-Joachim Döll, Energieberater der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, und Jörg Hirsch, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, beantworteten im Telefonforum Ihre Fragen zur Instandhaltung des Eigenheims.

Frage: Wir besitzen ein Einfamilienhaus. Wie viel Geld müssen wir für Wartung und Instandhaltung berechnen?
Antwort: Ein unsaniertes Haus kann zur Kostenfalle werden. Daher ist es sinnvoll, bereits ab dem Kauf ein finanzielles Polster für notwendige Reparaturen anzulegen. Die Höhe einer solchen Rücklage ist abhängig vom Gebäude und dem Zustand. Für neue Häuser sollten ab der Fertigstellung jährlich circa 0,8 Prozent des Kaufpreises für Instandhaltungsmaßnahmen zurückgelegt werden, denn spätestens nach 15 Jahren benötigen auch Küche und Bad neue Fliesen oder Armaturen. Sie können für die Finanzierung aber auch das Bauspardarlehen nutzen.

Frage: Ist es nicht alleine meine Angelegenheit, ob ich mein Eigenheim regelmäßig warte?
Antwort: Grundsätzlich ja. Aber im Falle von Gebäudemängeln, die nicht zeitig behoben werden und Folgeschäden verursachen, droht nicht nur Ärger mit Ihrer Versicherung. Kommen Dritte zu Schaden, werden zudem Haftungsfragen berührt.

Frage: Auf welche Stellen sollte bei einem "Haus-Check" besonders geachtet werden?
Antwort: Dach, Fassade und Fenster sind besonders anfällig und daher unbedingt zu prüfen. Achten Sie zudem auf die Außentüren, Außensteckdosen, Dachrinnen, Wasserhähne am Haus und Verankerungen von Fensterläden, Markisen oder Lampen. Auch Antennen oder Solaranlagen sollten einem Check unterzogen werden. Nicht zuletzt ist ein Blick in den Keller wichtig, der regelmäßig auf Feuchtigkeit überprüft werden muss. Die Beläge von Terrassen und Gehwegen und andere Außenanlagen sollten mitgeprüft werden, da diese häufig durch Frost gelockert und rissig sein können.

Frage: An unserer Fassade sind feine Risse. Sind die gefährlich und wie können wir diese beseitigen?
Antwort: Selbst kleine Risse im Putz sind Alarmzeichen. An diesen Stellen kann Wasser in den Putz einziehen, und bei Nacht- oder Spätfrost sprengt es ihn auf. Die Beseitigung ist von der Größe der Risse abhängig. Sogenannte Schwindrisse bis 0,2 mm sind in der Regel unproblematisch. Nutzen Sie einen rissüberbrückenden Anstrich, der die Stelle verschönert und abdichtet. Bei Putzrissen wird es schwieriger. Diese gehören zu den häufigsten Fassadenschäden. Die so entstehende Wandfeuchte halbiert zudem die Dämm-Wirkung. Hier ist Expertenrat gefragt.

Frage: Wir wollen Instandhaltungsarbeiten an Dach und Fassade unseres Hauses vornehmen. Wie können wir das finanzieren?
Antwort: Mittels Bausparvertrag lassen sich Rücklagen für fällige Modernisierungsaufwendungen bilden. Der Vorteil eines Bausparvertrages ist der günstige Darlehenszins, den man sich langfristig sichert. Zusätzlich können Sie auf Fördermittel der KfW zurückgreifen und einen Kredit oder einen Zuschuss beantragen, wenn Sie die Arbeiten mit Maßnahmen zur energetischen Optimierung kombinieren.

Frage: Unser Heizungsmonteur hat uns einen Heizungs-Check vorgeschlagen. Ist das sinnvoll?
Antwort: Wenn die Heizung auf Sommerbetrieb um ausgeschaltet wird, ist eine Überprüfung angeraten. Dies ist der beste Zeitpunkt für Wartung und Reparaturen, denn die Heizperiode ist zu Ende und Sie müssen im Zweifel nicht im Kalten sitzen. Zudem sind Sie so bereits vor Beginn des Herbstes sicher, eine gewartete Heizungsanlage im Keller zu haben.

Frage: Worauf sollte ich nach dem Winter bei den Fenstern achten?
Antwort: Prüfen Sie, ob die Scharniere gut gehen und ob die Fenster fest schließen. Gummilippen sollten beim Putzen mit Talkum eingerieben werden, damit sie nicht spröde werden. Holzfenster am besten abschleifen und mit einer neuen Schicht Schutzlack versehen. Reinigen Sie auch Rollläden und Außenjalousien.

Frage: Wir haben noch Gewährleistungsfrist auf unser im Herbst bezogenes Haus. Sollen wir dennoch einen "Frühjahrs-Check" vornehmen?
Antwort: Verbinden Sie den Frühjahrs-Check mit einer umfassenden Schlussbegehung. Eine Kontrolle lohnt sich vor allem am Ende der Garantiephase. Dann zeigen sich oft Mängel, die zwar bei der Abnahme schon da, aber noch unsichtbar waren. Bei der Schlussbegehung unterstützt Sie ein unabhängiger Sachverständiger. Entdecken Sie Schäden, muss sie die Baufirma beheben, die das Haus gebaut hat. Ist die Gewährleistungsfrist abgelaufen, müssen später entdeckte Mängel meist aus eigener Tasche finanziert werden.

Frage: Lohnt es sich, eine anstehende Frühjahrs-Reparatur unserer Fassade gleich mit einer energetischen Sanierung zu kombinieren?
Antwort: Durchaus, denn das Frühjahr und der Frühsommer sind ideale Zeitpunkte für Reparatur- und Modernisierungsmaßnahmen. Machen zum Beispiel Risse in der Fassade einen neuen Putz nötig oder sollen die Fenster ausgetauscht werden, lohnt es sich, gleichzeitig über eine Dämmung der Fassade nachzudenken. Viele Kosten, zum Beispiel für Gerüst und Baustellenabsicherung, fallen auf diese Weise nur einmal an.

Frage: Wo soll ich mit der energetischen Sanierung beginnen?
Antwort: Die größten energetischen Schwachpunkte sind meistens das Dach und die Fenster. Zu berücksichtigen sind auch der Boden bzw. das Fundament und die oberste Geschossdecke des Gebäudes. Großes Einsparpotenzial bietet zumeist auch die Heizungsanlage und die Isolierung der Heizungsrohre. Ein Energieberater analysiert die Schwachstellen des Gebäudes und erläutert Ihnen, wie die Sanierung geplant werden kann.

Frage: Wie erkenne ich denn, ob mein Haus sanierungsbedürftig ist?
Antwort: Ein erster Anhaltspunkt ist das Baujahr. Je älter, desto sanierungsbedürftiger sind Häuser in der Regel. Prüfen Sie Ihre Heizkostenrechnung: Liegt der Heizölverbrauch über 12 bis 13 Liter pro Jahr und Quadratmeter, ist das ein Anzeichen für einen hohen Heizenergiebedarf. Einfach verglaste oder gar undichte Fenster sowie ein unzureichend gedämmtes Dach oder Kellerdecke tragen zusätzlich zu Wärme- und Energieverlusten bei.

Frage: Wo finde ich qualifizierte Energieberater?
Antwort: Energieberater finden Sie u.a. bei der Architekten- oder Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt, den verschiedenen Energieagenturen, den Handwerkskammern, der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e. V. oder auch im Internet unter www.energie-effizienz-experten.de.