Mit dem bald bevorstehenden Frühling steigt auch wieder die Zahl der Menschen, die unter allergischem Schnupfen leiden. Allergien können sich aber auch ganz anders bemerkbar machen.

Magdeburg l Allergien sind in Sachsen-Anhalt und anderen Teilen Deutschlands auf dem Vormarsch. Das geht aus Zahlen hervor, die die beiden Referenten des gestrigen Medizinischen Sonntags, der Lungenarzt Prof. Dr. Jens Schreiber und der Hautarzt Privatdozent Dr. Andreas Ambach vom Kompetenzzentrum für klinische Allergologie Sachsen-Anhalt präsentierten. Die Mediziner vom Magdeburger Uniklinikum kümmern sind im Verbund mit HNO- und Kinderärzten sowie Spezialisten für das Verdauungssystem und anderen Disziplinen insbesondere um Patienten mit allergischen Problemen. Seit der deutschen Wiedervereinigung habe sich die Zahl der Allergiker in Sachsen-Anhalt und anderen ostdeutschen Ländern vervielfacht, so Professor Schreiber. Als Grund gelte der westliche Lebensstil: Ernährung, Luftqualität, Hygiene usw. "Derzeit ist etwa 30 bis 40 Prozent unserer Bevölkerung von Allergien betroffen", so der Mediziner.

In den vergangenen Jahrzehnten führten Fortschritte bei der Erforschung des Immunsystems zu zahlreichen neuen Erkenntnissen über Allergien. Vereinfacht gesagt, sind Allergien überschießende Reaktionen des körpereigenen Immunsystems, das aus einem vielfältigen Zusammenspiel von Zellen, Boten- und Abwehrstoffen besteht. Nähere Einblicke vermittelte Professor Schreiber anhand von Grafiken und kleinen Videos, die zeigten, welche Prozesse beim Erstkontakt und dem wiederholten Begegnen mit einem Allergen im Körper ablaufen. Die Palette der allergischen Symptome reicht vom Heuschnupfen über allergische Asthmaattacken und Hautekzeme bis hin zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock.

Als eine der wichtigsten Aufgaben bezeichneten es die beiden Referenten, den sogenannten allergischen Marsch zu verhindern. Das betrifft insbesondere jüngere Patienten, die bereits in sehr jungen Jahren unter einer sogenannten atopischen Dermatitis (Neurodermitis) und später unter einer allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) leiden. Unzureichend behandelt laufen sie Gefahr, über die Jahre zudem ein allergisches Asthma zu entwickeln.

Wie schon länger bekannt, ist eine wichtige Maßnahme die Vermeidung des Kontaktes mit jenen Allergenen, die individuelle Beschwerden auslösen. Ebenso wichtig ist die symptomatische Behandlung der individuellen Beschwerden mit Medikamenten und vorbeugend die Hyposensibilisierung.

Bei der gebotenen Informationsfülle lohnt es sich, beide Vorträge noch einmal im Internet zu verfolgen.

www.med.uni-magdeburg.de/medizinischer_sonntag

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