Manche verstecken sich im Boden wie graziles Moos, andere entwickeln sich zu meterhohen Pflanzen. Die variantenreichen Farne gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde. Doch unzeitgemäß sind sie keineswegs. Ein Farnbeet lässt sich in jedem Garten ganz einfach.

Herschbach / Québec ( ddp ). Farne waren vor allem in der Karbonzeit vor etwa 350 bis 280 Millionen Jahren verbreitet und wurden bis zu 30 Meter hoch. " Bei uns ist der Adlerfarn mit etwa zwei Metern Höhe die größte Art ", sagt Rosi Möller von der Fachgruppe Farne der Gesellschaft der Staudenfreunde ( farngarten. de ).

" Da es sich bei Farnen um Waldpflanzen handelt, mögen die meisten auch im Garten einen halbschattigen Platz mit humosem, feuchtem Boden ", sagt Rosi Möller. Gerade wenn Bäume groß werden und Gewächse unter ihnen anfangen zu kümmern, böten sich Farne für eine neue Gartengestaltung an. Bevor diese Dinosaurier der Pflanzenwelt aber in den Garten kommen, sollten einige Vorbereitungen getroffen werden. Humoser Boden lässt sich am besten mit Kompost herstellen. " Man kann sich auch mit Rindenhumus oder Rindenkultursubstrat behelfen ", sagt Rosi Möller. Der Boden sollte zuerst tief gelockert werden, dann wird das mindestens fünf Zentimeter hoch aufgebrachte Substrat eingearbeitet. Erst danach darf der Farn gepflanzt werden.

Spezialität der

indianischen Küche

Rosi Möller empfiehlt, von jeder kleineren Art oder Sorte drei Pflanzen zu kaufen, von den größeren jeweils eine. Gepflanzt wird dann nach Größe gestaffelt ; die großen Farne kommen nach hinten. " In den Vordergrund kann man auch eine bodendeckende Art wie " Blechnum penna-marina " setzen oder kleinbleibende Sorten von " Polystichum " oder " Dryopteris "", so Möller. Um das Ganze etwas aufzulockern, empfiehlt sie für den mittleren Bereich zum Beispiel drei Pflanzen von " Dryopteris erytrosora " : " Diese Art erfreut vom Frühjahr bis in den Sommer hinein mit wunderschön rötlich austreibenden Wedeln. "

Im Frühling gehört der Austrieb der Farne zu den ansprechendsten Ereignissen des Gartens. Die sich entfaltenden Farnsprösslinge sehen aus wie der kleine Wirbel am Halsende einer Geige. " Fiddleheads " heißen sie daher in Kanada, wo sie seit Jahrhunderten eine Spezialität der indianischen Küche sind. " Fiddleheads werden im Frühjahr geerntet, solange sie noch fest zusammengerollt sind. Allerdings sollte man wie bei Pilzen die Farnsorten kennen ", sagt Alexander Reford, Direktor der Reford Gardens auf der ostkanadischen Halbinsel Gaspésie. Denn zum Essen eignen sich nur Straußen- und Zimtfarn, viele andere Farnarten sind sogar giftig. Essbare Farntriebe können gedünstet oder zu einer Cremesuppe verarbeitet werden. Geschmacklich erinnern sie an Spargel, Artischocke oder auch milde Kapern.

Wer seinen Farn nicht essen, sondern ihn im Garten bewundern will, hat eine große Auswahl an Formen und Farben : In vielfältigen Grüntönen leuchten die Wedel, bei manchen Arten zeigt sich der junge Austrieb erst in gedämpften Gold-, Braun-, Rot- und Purpurschattierungen. Zum Herbst hin verfärben sich die sommergrünen Arten, so zeigen alle Osmunda-Arten dann leuchtende Gold- und Brauntöne.

Wintergrüne Farne behalten ihr Laub bis tief in den Winter oder gar bis zum kommenden Frühjahr. Zwischen sommergrünen Farnen lockern frühlingsblühende Zwiebel- und Knollengewächse die Anpflanzung auf. Dafür eignen sich Anemone blanda, Hundszahn ( Erythronium ), Narzissen, Winterlinge ( Eranthis ), Krokus, Blaustern ( Scilla ) oder Hyazinthen.

Farne pflanzen sich über Sporen fort, die sich meist auf der Unterseite der Farnwedel befinden. Sie reifen zwischen Juli und November. Man streut die Sporen in eine Schale mit feuchter Aussaaterde. Die Erde wird mit einer Folie abgedeckt, damit sie feucht bleibt. Bei heimischen Farnen dauert die Keimung etwa sechs Wochen, bei spezielleren Arten kann es aber auch bis zu einem Jahr dauern. ( ddp )