Auskunft zum Energiesparen und zu Solarwärme gaben gestern am Volksstimme-Telefon Frank Uhlig, Technischer Berater des Fachverbandes Sanitär, Heizung und Klimatechnik Sachsen-Anhalt, Energieberater Michael Rink, Torsten Kiel von der Schornsteinfegerinnung Sachsen-Anhalt und Thomon von Diemar von den Städtischen Werken Magdeburg. Hier eine Auswahl von Fragen und Antworten.

Frage: Wir wollen eine Brennwertheizung einbauen lassen. Müssen wir den Schornstein kontrollieren lassen?

Antwort: Eine vorherige Prüfung durch den Schornsteinfeger ist erforderlich. Er kann feststellen, ob der Schornstein unbedenklich verwendet werden kann und welche Sanierungsmaßnahmen erfoderlich sind.

Frage: Was bringt eine Solarwärmeanlage?

Antwort: Damit lassen sich jährlich im Schnitt etwa 60 Prozent der Kosten für die Warmwasserzeugung decken. Im Sommer sind sogar bis zu 100 Prozent möglich. Wird die Heizung zusätzlich mit einer Solaranlage unterstützt, können Sie einen Teil der Heizkosten sparen. Erkundigen Sie sich nach Fördermöglichkeiten durch die KfW-Bank unter www.kfw.de.

Frage: Wir wollen unsere alte Gasheizung erneuern lassen. Der Heizungsbauer rät zu einem Gasbrennwertgerät. Lohnt sich die Anschaffung?

Antwort: Ein modernes Gasbrennwertgerät lohnt sich, da es sehr sparsam arbeitet. Brennwertgeräte nutzen die eingesetzte Energie optimal aus. Im Vergleich zu alten Heizungen lässt sich damit der Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent reduzieren. Mit einer Solarunterstützung für Warmwasser sparen Sie noch mal etwa 10 Prozent Energie ein. Helfen kann Ihnen bei Ihren Überlegungen ein "Fachbetrieb für erneuerbare Energien" unter www.shk-lsa.de.

Frage: Gibt es finanzielle Zuschüsse, wenn wir unsere alte Gasheizung durch ein neues Gasbrennwertgerät ersetzen?

Antwort: Wenn Sie neben dem Austausch der Heizung durch ein Brennwertgerät auch gleichzeitig eine Solarwärmeanlage zur Heizungsunterstützung einbauen lassen, können Sie 750 Euro Zuschuss für das Brennwertgerät und 105 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche für die Solaranlage erhalten. Anträge auf Zuschüsse müssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt werden. Infos unter www.bafa.de.

Frage: Mit welchen Kosten muss ich für eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung eines Vier-Personen-Haushaltes rechnen?

Antwort: Für Flachkollektoren inklusive Solarspeicher müssen Sie etwa 4500 bis 5500 Euro veranschlagen – einschließlich der Kosten für eine Aufdachmontage. Je nach örtlichen Gegebenheiten können die Kosten auch höher sein.

Frage: Welche Vorteile bietet ein bedarfsorientierter Energieausweis?

Antwort: Ein bedarfsorientierter Energieausweis, der von einem neutralen Berater ausgestellt werden sollte, kann Schwachstellen aufzeigen. Oft lassen sich dadurch mit geringem Aufwand hohe Einsparungen erreichen, etwa durch Dämmung des Bodens oder des Kellers. Zudem ist auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung möglich. Der Ausweis kostet mindestens 150 Euro. Einen neutralen Energieberater finden Sie unter www. energieberater-lsa. de, www.dena.de oder unter www.shk-lsa.de.

Frage: Müssen Energiesparlampen zwingend vier bis fünf Stunden brennen?

Antwort: Nein, das ist nicht nötig. Man sollte sie zwar nicht in Bewegungsmeldern installieren, da es hier nur eine Brenndauer von 30 Sekunden gibt. Aber ansonsten sind sie in allen Bereichen einsetzbar.

Frage: Wir sind ein Zwei-Personen-Haushalt. Lohnt sich für uns eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung?

Antwort: Energiepolitisch ist das sehr empfehlenswert, jedoch ist die Kosten-Nutzen-Rechnung langfristig zu sehen.

Frage: Wo erhalte ich Informationen zu Fördermittel für Solaranlagen?

Antwort: Informationen zu Bundesmitteln erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unter der Internet-Adresse www. bafa. de. Hier gibt es auch eine Förderampel, mit der Sie prüfen können, ob eine Förderung für Sie in Frage kommt.

Informationen zu Landesmitteln unter dem Stichwort "Energetische Sanierung von Wohngebäuden" erhalten Sie bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt unter der Rufnummer (0800) 560 08 46 oder im internet unter www.ibsachsen-anhalt.de.

Frage: Ist der Einsatz eines Heizregisters zur Heizungsunterstützung bei einem Kamin sinnvoll? Lässt sich ein vorhandener Kamin nachrüsten?

Antwort: Bei einem neuen Kamin ist das gut realisierbar. Jedoch sind einige Sicherheitseinrichtungen erforderlich, etwa eine thermische Ablaufsicherung und ein Überdruckventil. Nachrüstungen bei vorhandenen Kaminen sind nicht immer machbar. Am besten fragen Sie Ihren örtlichen Schornsteinfeger.

Frage: Was ist ein Heizungs-Check?

Antwort: Hinter dem Heizungs-Check verbirgt sich ein neues, standardisiertes Verfahren, das aufzeigt, wodurch der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Es handelt sich um ein einfaches Checklistenverfahren, das die Heizungsanlage in puncto Energieeffizienz genau unter die Lupe nimmt. Versteckte Energiepotenziale werden aufgedeckt und konkret benannt. Der Heizungs-Check ist damit eine gute Möglichkeit, um den drastisch steigenden Energiekosten entgegenzuwirken. Für die Durchführung stehen Ihnen die Fachbetriebe der Innung zur Verfügung. Infos erhalten Sie unter www.schornsteinfegerlsa.de und unter www.shk-lsa.de.

Frage: Warum können manche Anbieter Strom viel günstiger anbieten als andere?

Antwort: Vorsicht, hier dürfen Sie nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Hinter den "supergünstigen" Anbietern verbergen sich oft Verträge mit Vorkasse. Und wer kann mal eben 200 Euro Vorkasse berappen? Oftmals ist bei diesen Anbietern auch der Service eingeschränkt: Eine Kommunikation mit dem Versorger ist etwa nur über das Internet möglich.

Frage: Wie oft muss ein Kachelofen gereinigt werden?

Antwort: Eine Reinigung ist einmal pro Jahr erforderlich, da Ruß ein Wärmeisolator ist und sich negativ auf den Wirkungsgrad der Feuerstätte auswirkt.

Frage: Wie viel kann ich mit einer Nachtabsenkung einsparen?

Antwort: Eine nächtliche Absenkung der Wohntemperatur zum Beispiel von 21 auf 18 Grad spart etwa sechs Prozent Heizenergie. Die Temperatur sollte nachts aber nicht um mehr als fünf Grad abgesenkt werden, da sonst für das schnelle Aufheizen am nächsten Morgen zu viel Energie benötigt wird.

Frage: Brennwertgerät oder Niedertemperaturkessel – was ist besser?

Antwort: Ein Niedertemperaturkessel ist in der Anschaffung oftmals günstiger. Der Brennwertkessel ist jedoch verbrauchsärmer und umweltfreundlicher.