Magdeburg/Aschersleben (dpa) l Haustierhalter können sich in Sachsen-Anhalt bald in zwei Städten zusammen mit ihren Lieblingen bestatten lassen. Nach Aschersleben will auch Magdeburg ein Grabfeld für sogenannte Mensch-Tier-Bestattungen einrichten. Eine entsprechende Änderung der Friedhofssatzung werde im Sommer erwartet, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Die Fläche werde bereits angelegt. Anfragen von Interessenten gebe es derzeit allerdings noch nicht.

Das ist in Aschersleben anders: Die Stadt im Salzlandkreis war im vergangenen Herbst die erste in Sachsen-Anhalt, die ihre Friedhofssatzung entsprechend änderte. "Eine Grabstelle haben wir schon verkauft", berichtete der Betriebsleiter des Eigenbetriebs Bauwirtschaft der Stadt, André Könnecke. Noch liege dort aber nur die Besitzerin eines Hundes begraben. Das Tier lebt noch und soll nach seinem Tod dazukommen.

Großes Interesse an Angebot

Möglich ist die Mensch-Tier-Bestattung in Aschersleben mit allen Tieren, die eingeäschert werden können. Sie werden dann in einer Urne neben ihrem Besitzer begraben. In der Regel dürfte es um klassische Haustiere wie Hunde oder Katzen gehen. "Wenn jemand die Urne mit der Asche eines Ponys bringt, ist das für uns aber auch kein Problem", sagte Könnecke.

Das Interesse sei groß. Ein bis zwei Nachfragen gebe es pro Woche. "Wir merken, dass uns das neue Angebot gut tut – es zeigt, dass unsere Angebotspalette keine starre ist", sagte Könnecke. Ob auf die Interessensbekundungen aber auch tatsächlich der Erwerb einer Grabstätte folge, müsse man abwarten.

In Aschersleben spielt es dabei keine Rolle, ob zuerst das Tier oder sein Besitzer bestattet wird. "Meist stirbt das Tier ja vor dem Menschen", sagte Könnecke. Interessenten könnten dann bereits eine Grabstelle kaufen und das Tier beisetzen. Die Urne daheim bis zum eigenen Tod aufzubewahren, sei nicht nötig.

Eigener Bereich auf dem Friedhof

Weitere Angebote zur Mensch-Tier-Bestattung in Sachsen-Anhalt sind der Bestatter-Innung nicht bekannt. Innungs-Obermeister Wolfgang Ruland sieht den Vorstoß aus Aschersleben und Magdeburg positiv: "Ich denke, man sollte sich diesem Wunsch vieler Menschen nicht verschließen." Wichtig sei aber, dass auf dem Friedhof ein eigener Bereich für solche Bestattungen angelegt werde. Schließlich gebe es auch Menschen, die ihre Angehörigen nicht neben einem solchen Mensch-Tier-Grab bestatten wollten.

Nachfragen kämen auch von Menschen, die gar nicht in Aschersleben wohnten, berichtete Könnecke. "Für viele ist es ein tröstlicher Gedanke, sich gemeinsam mit ihrem Tier bestatten lassen zu können." Der Friedhof sei auch für Menschen von außerhalb der Stadt offen.

Auch andere Kommunen hätten sich bei ihm bereits zu Mensch-Tier-Bestattungen erkundigt. "Für so eine Satzungsänderung ist politischer und kirchlicher Wille erforderlich", erklärte Könnecke. Deshalb dauere das häufig ein wenig länger.