Halberstadt (wb) | Rund 440 rechte Demonstranten sind am Sonnabend durch Halberstadt gezogen. Den nach Polizeiangaben etwa 400 Gegendemonstranten ist es zwar nicht gelungen, den Marsch und die zahlreichen Kundgebungen der Rechten zu verhindern. Doch wegen zweier Sitzblockaden konnten die Rechten ihre geplante Route durch die Innenstadt und zum Fischmarkt nicht einhalten und mussten vorzeitig zum Bahnhof zurückkehren. Dort löste sich die von der Partei "Die Rechte" angemeldete Demonstration auf.

Demonstration und Gegenprotest verliefen weitgehend friedlich. Lediglich bei der ersten Sitzblockade kam es zu teils heftigen Rangeleien, als Polizisten einen ebenfalls von Demonstranten besetzten Gehweg räumten. Dabei wurde nach Polizeiangaben eine Polizistin leicht verletzt. Aus den Reihen der Gegendemonstranten wurden vereinzelt Gegenstände auf die Rechten geworfen. Vor allem aufgrund der beiden erfolgreichen Blockaden zeigte sich Rainer Neugebauer vom Bürgerbündnis am Abend zufrieden mit dem Verlauf der gegen die Rechten gerichteten Protestaktionen.

Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren gegen Teilnehmer des Aufzuges der Partei "Die Rechte" ein, unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, wegen Volksverhetzung und wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Gegen einzelne Teilnehmer der Sitzblockaden wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.