Wittenberg (dpa/sa) - An der berühmten Lutherstube im Wohnhaus des Reformators in Wittenberg ist die Restaurierung weitgehend abgeschlossen. Während der rund einjährigen Säuberungs- und Restaurierungsarbeiten stießen die Experten auf zahlreiche Zeugnisse von Besuchern vergangener Zeiten, wie die Stiftung Luthergedenkstätten am Donnerstag mitteilte.

An Wänden, in Fensterscheiben und auch am Tisch haben sich Besucher mit ihren eingeritzten Initialen oder Sprüchen verewigt. Etwa 300 derartige Hinterlassenschaften sind laut Restaurator Uwe Räther gefunden worden. Die älteste datiert aus dem Jahr 1696. In dem Zimmer hatte der Reformator Martin Luther (1483-1546) seine legendären mit Gesellschaftskritik gespickten Tischreden gehalten. Seit 1783 gibt es für die Lutherstube Besucherbücher. Die ersten werden jetzt digitalisiert und konserviert.

Seit dem Tod Martin Luthers ist die Stube nahezu unverändert geblieben, wie der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten Stefan Rhein sagte. Zuletzt wurde sie 1976 restauriert. Die Lutherstube sei seit jeher ein zentraler Ort des Luthergedenkens. "Sie ist das Herzstück des Hauses. Wer Luther erleben will, geht in die Lutherstube", sagte Rhein. Für die Reinigung und Restaurierung der Lutherstube stellten zwei private Stiftungen 100 000 Euro zur Verfügung. Das gesamte Lutherhaus wird am 4. März wiedereröffnet.

In dem Gebäudekomplex ist vom 13. Mai an die große Nationale Sonderausstellung "Luther! 95 Schätze - 95 Menschen" zu sehen. 2017 jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Luthers in Wittenberg. Das Ereignis vom 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der weltweiten Reformation der Kirche.

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