Erfurt/Gütersloh (dpa/th) - In keinem anderen Bundesland entfernen Chirurgen bei so vielen Menschen Bandscheibengewebe wie in Thüringen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Langzeitstudie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach ließen sich 2015 pro 100 000 Einwohnern in Thüringen 261 an den Bandscheiben operieren, im Bundesschnitt waren es 199. Auch bei einer Versteifungen von Wirbelkörpern landeten die Thüringer mit 140 Eingriffen schneller unterm Messer, als die Bewohner aller anderen Länder (Bund: 102). Einzig beim dritten erhobenen Eingriff, der Entfernung knöcherner Anbauten am Wirbelkanal, liegt Thüringen mit 197 Eingriffen auf Platz zwei.

Auch wenn sie sich keiner Operation unterziehen, kommen Thüringer relativ häufig mit Rückenbeschwerden ins Krankenhaus. Je 100 000 Einwohnern ließen 811 ihre Rückenschmerzen in einer Klinik behandeln. Bundesweit taten das durchschnittlich nur 701.

Ergebnis-Überblick der Studie