40 Prozent der Rennsiege gingen in diesem Jahr auf das Konto Gary Paffetts. Und doch war der Abschluss-Triumph des Briten mit einer Niederlage verbunden.

Zwei Jahre hatte Gary Paffett als Jahreswagenpilot im Wartestand auf die zweite große DTM-Chance gewartet. Nach der Rückkehr ins HWA-Team, wo er sich 2005 vor seinem vergeblichen Abstecher in die Formel 1 den ersten Titel gesichert hatte, blieb sie nur knapp ungenutzt: Trotz eines erschreckend schwachen Saisonauftakts der Stuttgarter in Hockenheim trennten den Briten am Ende nur fünf Punkte vom erneuten Meisterschaftsgewinn. "Wenn man mich vor Dijon zuvor gefragt hätte, ob wir Meisterschaft noch gewinnen, dann hätte ich nein gesagt. Nach Dijon bestand die Möglichkeit wieder, und wir haben hier einen guten Job gemacht und das Rennen gewonnen", sagte Gary Paffett nach seinem vierten Saisonsieg.

Am Ende wurde dem Briten trotz einer tadellosen Leistung zum Saisonabschluss die über die Saison hinweg bessere Konstanz Timo Scheiders zum Verhängnis: "Wir hatten ein fantastisches Paket für Qualifying und Rennen, obwohl wir zehn Kilogramm mehr Gewicht hatten als die Audi. Wir haben heute dominiert - ohne Druck von hinten. Aber auch Timo hat seine Aufgabe erfüllt." Während des gesamten Rennens wollte der schwarze Audi des Titelverteidigers nicht aus dem Rückspiegel des Mercedes-Piloten verschwinden. "Wenn man die Meisterschaft nicht gewinnt, ist man immer etwas enttäuscht, denn der Titel war das Ziel."

Gerade zum Auftakt des zehnten Saisonrennens hatte Paffett noch einmal alles gegeben. "Ich wollte das Rennen gewinnen, um meine Chancen zu maximieren. Mattias hat in Kurve drei gebremst, ich bin nach innen gezogen, während er außen blieb. In der Spitzkehre bin ich glücklicherweise vorne geblieben", berichtete der Engländer von einem harten Zweikampf mit seinem Titelrivalen von 2004 und 2005, den der Schwede mit einem Ausritt ins Grüne bezahlte. "Dann habe ich mich dort jedoch zweimal verbremst. Mattias hat das ausgenutzt, bevor er mit einem Defekt ausgeschieden ist." Profitieren konnte Paffett vom Ausfall des Gegners nicht. Ebenso wie Sportchef Norbert Haug tröstet er sich mit der Teammeisterschaft, die er gemeinsam mit Bruno Spengler für Mercedes einfuhr: "Gerade die zweite Hälfte der Saison war eine tolle Erfahrung."

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