Mattias Ekström lobt einen Mercedes-Piloten, Daniel La Rosa entschuldigt sich bei Audi. Doch auf den Crash zwischen den beiden war dies keineswegs bezogen...

Schon nach dem Unfall zwischen Martin Tomczyk und Mika Häkkinen vermutete Dr. Wolfgang Ullrich böse Absichten - doch nach dem folgenschweren Crash zwischen Mattias Ekström und Daniel La Rosa gab es für den Audi-Sportchef und insbesondere Teamchef Hans-Jürgen Abt kein Halten mehr. Der allzu harte schwedisch-hessische Zweikampf sorgt nach wie vor für verhärtete Fronten. Dass die Sportkommissare die Schuld bei La Rosa sahen und eine ungewohnt drastische Strafe verhängten, änderte daran nichts...

Zunächst sah sich Mattias Ekström auf einer aussichtsreichen Aufholjagd - und sorgt für ein Novum an diesem Tage: Ein Audi-Pilot bezeichnet einen Mercedes-Piloten im Zweikampf als fair. "Ich hatte einen guten Start, eine gute erste Runde und war nach einem sehr fairen Kampf mit Alexandros Margaritis auf Platz sechs", lobt Ekström gegenüber der adrivo Sportpresse den Griechen, "ich habe einen frühen Boxenstopp gemacht, war auf guten Rundenzeiten und wollte La Rosa überholen. Damit war das Rennen zu Ende." Die Bilder sprächen für sich, betont Ekström - und erntet Widerworte von seinem Unfallgegner:

"Für mich war das ganz klar nicht meine Schuld. Mattias hat mich abgedrängt; ich hatte keinen Platz mehr. Auf der Wiese war ich nur noch Passagier und konnte das Auto nicht mehr wirklich kontrollieren. Ich habe gebremst und versucht, die Kollision zu vermeiden. Aber der Unfall war unausweichlich", schildert der Mücke-Pilot die Situation aus seiner Sicht, nachdem ihm Sportchef Norbert Haug zunächst das weitere Gasgeben neben der Strecke zur Last gelegt hatte - und seine Aussage später revidierte.

Für Daniel La Rosa bleibt somit nur ein Fazit. "Es war mit Sicherheit keine Absicht von meiner Seite, aber fest steht, dass mich Mattias bewusst von der Strecke gedrängt hat", stellt der 22-Jährige fest. Und während Ekström einen Mercedes-Piloten lobt, findet La Rosa gar Worte der Entschuldigung an einen Audi-Fahrer. So war es am Start in der ersten Kurve zu einer unangenehmen Begegnung zwischen ihm und Christian Abt gekommen, die beide ans Ende des Feldes zurückwarf: "Vor mir war so viel Rauch, dass ich nichts mehr sehen konnte. Dann erblickte ich das Heck von Christian Abt, wollte ausweichen, dann haben wir uns berührt. Das tut mir Leid - meine Schuld."

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