Spanien, Griechenland, Kanada: In der Sommerpause verteilen sich die DTM-Piloten über den gesamten Erdball - und doch mangelt es nicht an Arbeit...

Fünf Wochen Sommerferien zwischen Zandvoort und Nürburgring - beinahe könnten sich die DTM-Piloten an ihre Schulzeit erinnert fühlen. Die Zeit, all das nachzuholen, was im eng getakteten Terminplan zwischen erstem und siebtem Saisonlauf zu kurz kam, scheint grenzenlos. "Man muss aufpassen, dass man für die letzten drei Rennen nicht aus dem Rhythmus gerät", warnt Martin Tomczyk. Doch wie viel Freizeit bleibt von der mehr als 30-tägigen Pause tatsächlich übrig?

"Die lange Rennpause ist nicht unangenehm, aber normalerweise wäre es mir lieber, wenn die Rennen im gleichmäßigen Rhythmus hintereinander lägen", beklagt gegenüber der adrivo Sportpresse Bruno Spengler, der die Zeit dennoch nicht ungenutzt lässt: "Ich mache erst einmal zehn Tage Urlaub in Kanada, nachdem ich seit Januar nicht mehr dort war. Eineinhalb Wochen Urlaub sind schön, gerade im August, aber dann ist es auch wieder genug." Der Kanadier übt sich in Genügsamkeit - gibt es für manch einen Vertreter des Fahrerfelds auch während der vermeintlichen Pause genügend Termine zu absolvieren:

Neben den in der vergangenen Woche bestrittenen Testfahrten auf dem EuroSpeedway Lausitz, die bei Audi ebenso auf dem Programm standen wie bei Mercedes, sind es PR-Termine, die die Sommerferien unterbrechen. Während Mika Häkkinen im Rahmen der Johnnie-Walker-Kampagne für "verantwortungsbewusstes Trinken" zum Einsatz kommt, besuchen die Audi-Piloten Verkaufsniederlassungen der Ingolstädter in deutschen Metropolen und Paris. Dabei stehen weniger der private Autokauf als vielmehr Autogrammstunden und Pressegespräche im Vordergrund. "Ich werde eine Woche Urlaub auf Mallorca machen und mich dann wieder in die Arbeit stürzen", berichtet Christian Abt - der sich vergangene Woche im Audi Zentrum Hamburg bereits wieder den Autogrammwünschen der Fans stellte.

Weiterhin stehen für Abt seine operativen Aufgaben bei Abt Sportsline, das übliche Fitnessprogramm und die Vorbereitung auf den Nürburgring auf der Agenda - ähnlich wie bei Martin Tomczyk und Mathias Lauda. "Keinen Urlaub - Sport, Sport, Sport", hat sich der Meisterschaftszweite daheim in Rosenheim vorgenommen, außerdem "die Zeit genießen, die man in den stressigen zwei-Wochen-Abständen zwischen den Rennen nicht findet." Lauda ergänzt: "Ich bin bei meiner Mutter, die in Eivissa auf Ibiza lebt. Dort werde ich weiterhin hart trainieren und viel Fahrrad fahren." Tom Kristensen gedenkt, Urlaub und Sportprogramm zu kombinieren - feilt der dreifache Vater nach seinem Hockenheimer Startunfall doch noch immer daran, zu seinem alten Fitnesslevel vollständig zurückzufinden. "Dennoch steht die Familie im Vordergrund."

Derweil zieht es Mike Rockenfeller ebenso wie Bernd Schneider in die Welt der Antike. "Ich fahre mit meiner Freundin für zehn Tage nach Griechenland in den Urlaub", berichtet Rockenfeller, der dem mitteleuropäischen Aprilwetter entfliehen will, "es ist schön, einmal ein paar Tage nicht erreichbar zu sein, Sonne zu tanken und am Strand zu entspannen, nachdem zu Hause in der Schweiz am Bodensee zurzeit nicht das schönste Wetter ist." Nur bedingt sommerlichem Wetter setzte sich Mattias Ekström zumindest für die ersten zehn Ferientage in seiner Wahlheimat Schweiz aus. "Zunächst einmal habe ich ein wenig Hausarbeit eingeplant. Ich habe das immer wieder verschoben, und nun habe ich mir eine Liste gemacht, was zu tun ist. Auch um Gartenarbeit und andere Dinge, die man immer verschiebt, komme ich da nicht herum", erzählt der Schwede.

Doch ähnlich wie Markus Winkelhock, dessen Sommerpause sich auf das Formel-1-Maß von drei Wochen verkürzt, kann auch Ekström selbst während der DTM-Sommerpause nicht vom Motorsport lassen. Während Spyker-Testpilot Winkelhock bei den Formel-1-Grand-Prix in Ungarn und Türkei als Ersatzfahrer zum Einsatz kommt, wandelt der Meisterschaftsführende auf seinen motorsportlichen Spuren in Schweden. "Ich werde auch ein Rennen der Schwedischen Tourenwagenmeisterschaft in Karlskoga besuchen - nur 170 Kilometer von meinem früheren Wohnort entfernt. Dort werde ich mir ansehen, was Frank Stippler und Co können." Zurück in der Schweiz angekommen wartet weitere Arbeit auf Ekström: "Auf den Nürburgring will ich ein paar Sponsoren und Freunde mitbringen; ich muss also ein bisschen organisieren..."

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