Sein Bekanntheitsgrad wächst, doch von der Unverwechselbarkeit sieht sich Daniel La Rosa im Gespräch mit der adrivo Sportpresse noch immer weit entfernt...

Deine familiären Wurzeln liegen zum Teil in Italien. Inwieweit ist das für dich von Bedeutung?
Daniel La Rosa: Sie spielen durchaus noch eine Rolle. Da mein Vater aus Italien stammt, bin ich Halbitaliener, und ich bin schon etwas stolz darauf, halber Italiener zu sein. Ich lebe in Deutschland, habe einen deutschen Pass und fühle mich sehr wohl in Deutschland, aber es ist schön, eine zweite Muttersprache zu haben. Mein Italienisch ist zwar nicht perfekt, aber vieles ist aus der Kindheit hängen geblieben. Es ist auf jeden Fall ein großer Teil von mir, obwohl ich für Deutschland fahre. Wenn ich hier wohne und hier aufgewachsen bin - wozu soll ich dann für Italien fahren? Auch wenn das sicherlich interessant wäre: Schließlich wäre ich der einzige italienische Fahrer in der DTM und könnte mich wohl vor italienischen Journalisten kaum retten...

Kommt es immer noch zu den Namensverwechslungen zwischen dir und Pedro de la Rosa?
Daniel La Rosa: Es passiert noch oft genug - ich schätze, rund jedem dritten Fan. Manchmal werde ich für einen Spanier gehalten und auf Englisch um ein Autogramm gebeten. Von Autogrammjägern höre ich immer wieder "Pedro, warte bitte!", womit ich mich dann nicht unbedingt angesprochen fühle. Im letzten Jahr war das noch unterhaltsam, und auch jetzt gibt es noch Situationen, in denen ich herzhaft darüber lachen kann. Doch allmählich wäre es schön, wenn es sich herumspräche, dass ich Daniel La Rosa bin und nichts mit Pedro de la Rosa zu tun habe. Ich bin halber Italiener, er ist voller Spanier - es gibt familiär keinerlei Verbindungen. Allerdings habe ich Pedro letztes Jahr beim DTM-Rennen in Barcelona und beim Mercedes-Benz Motorsportaktionstag Stars & Cars in Stuttgart kennen gelernt: Er ist ein netter Typ, mit dem ich mich sehr gut verstehe.

Wie hat sich generell dein Bekanntheitsgrad entwickelt?
Daniel La Rosa: Abseits der Rennstrecke, zum Beispiel in meiner Heimat Hanau, erkennen mich auf der Straße nur wenige Menschen. Das ist ein Maß, in dem man sich noch sehr darüber freut, ab und zu erkannt und angesprochen zu werden. Manche Leute sind sich vielleicht nicht ganz sicher und trauen sich deshalb nicht, mich anzusprechen. Aber ich beiße nicht - man kann mich ruhig fragen [lacht]. Wenn mich alle Menschen auf der Straße sofort erkennen würden, wäre es sicherlich auch weniger angenehm. Generell hat sich mein Bekanntheitsgrad mit der Zeit etwas gesteigert, auch über meine Homepage und per E-Mail bekomme ich positive Rückmeldungen.

Du lebst nach wie vor in deinem Geburtsort Hanau. Bist du dort besonders tief verwurzelt oder könntest du es dir vorstellen, ins Ausland umzuziehen?
Daniel La Rosa: Das könnte ich mir durchaus vorstellen. Zurzeit lebe ich in einem Vorort von Hanau, was angenehmer ist als mitten in der Stadt. Jedoch habe ich 21 Jahre meines Lebens in Hanau verbracht - da wäre mir sicherlich niemand böse, wenn ich umziehe und anderswo einen neuen Lebensabschnitt plane. Ich könnte mir vorstellen, nach Spanien zu ziehen. Spanisch ist eine schöne Sprache, und auch die Gegend gefällt mir. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

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