Die aktuellen Safety-Car-Regeln bewertet Norbert Haug weit weniger positiv als die Entscheidung der Rennleitung, bei Spengler Gnade vor Recht ergehen zu lassen.

Der beinahe gewohnte Erfolg auf dem Norisring, der vierte Mercedes-Sieg in Folge, ein Befreiungsschlag Bruno Spenglers, der nun gar in den Titelkampf eingreifen könnte: Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug könnte das Rennen perfekt sein, wäre nicht weiterhin sein finnischer Publikumsliebling vom Pech verfolgt. Dennoch war Haug von der erneut siegfähigen Performance des neuntplatzierten Mika Häkkinen beeindruckt.

"Erst einmal Glückwunsch an Mika...", beginnt denn auch Haug gegenüber der adrivo Sportpresse seinen Kommentar zum Rennen, um sich sogleich zu korrigieren: "... an Bruno und Bernd. Mika muss ich eher trösten, er hätte den Speed für das Podium gehabt." Als Grund für das enttäuschende Ergebnis des Finnen sieht er das aktuelle Regelwerk: "Die Safety-Car-Regel, wonach die Box während der Gelbphase geschlossen bleibt, hat ihn getroffen. Man kann danach nicht vier Autos gleichzeitig abfertigen - da wird es immer einen Fahrer treffen."

Haug spart nicht an Kritik: "Wir haben in den letzten fünf Rennen schon öfter solche Entscheidungen hinnehmen müssen. Aber es ist für alle gleich, und es wird jeden einmal treffen." Neben Häkkinen war auch Bruno Spengler eher unangenehm von den Nebenwirkungen der Safety-Car-Phase betroffen. Kurz vor der Boxenausfahrt des Kanadiers während der Gelbphase sprang die Ampel auf Rot, Spengler beging streng genommen einen Rotlichtverstoß, der allerdings ungeahndet blieb.

Der Mercedes-Sportchef verteidigt die großzügige Entscheidung der Rennleitung: "Die Situation mit Bruno ist untersucht worden. Wir haben in diesem Jahr schon so viele harte Entscheidungen hinnehmen müssen. Wer etwas anderes behauptet, soll sich an uns wenden."

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