Wie schon aus den Vorjahren gewohnt offenbarte das Heimspiel in Nürnberg für die Ingolstädter nur wenige Lichtblicke.

Als hätten sich die Ingolstädter mit ihrer mäßigen Regenperformance im Qualifying nicht selbst schon genug gestraft, so folgte wenige Meter nach Beginn des Rennens die nächste Quittung für die enttäuschenden Startplätze: Schon in der Grundig-Kehre endeten mit einem Rempler Susie Stoddarts die ohnehin schon geringen Hoffnungen Martin Tomczyks, die gerade erst eroberte Meisterschaftsführung zu verteidigen. Als weniger tragische Figur präsentierte sich Mattias Ekström - der Schwede zeigte im Rennen eine nahezu siegfähige Performance:

"Was die Abstimmung angeht, war das Auto für mehr als für den dritten Platz gut", bestätigt Ekström, der mit Rang drei immerhin Anschluss an den neuen Meisterschaftsführenden Bernd Schneider hält. Mit einem gelungenen Start sowie der aggressivsten der in Nürnberg beliebten Frühstopp-Strategien legte Ekström den Grundstein zum Erfolg, leistete sich keine Fahrfehler, musste jedoch schließlich schonend mit seinem Dienstwagen umgehen: "Am Ende kam ich zwar Bernd Schneider näher, aber die Bremsen wurden extrem heiß - dadurch konnte ich nicht mehr angreifen."

Ähnlich wie 2005 waren es somit die Skandinavier, die für Audi die Kohlen aus dem Feuer holten - gelang doch auch Tom Kristensen ein überzeugendes Comeback: Von Startplatz acht reichte es für den Dänen immerhin zu Rang fünf, nachdem er sich an Gary Paffett im Mercedes-Jahreswagen die Zähne ausgebissen hatte. Lediglich eine markeninterne Berührung mit Christian Abt stallte einen Wermutstropfen dar. Timo Scheider, in den ersten Runden noch auf Platz sechs gewertet, erlebte eine erneute Enttäuschung: Nach mehreren Berührungen plagte sich der 28-Jährige mit einem Plattfuß, der sämtliche Punktechancen vernichtete.

Licht und Schatten auch im Jahreswagenlager: Während Alexandre Prémat an seine starke Leistung von Brands Hatch anknüpfte und auf Platz acht erneut in die Punkte kam, kämpften die restlichen 2006er-Piloten mit stumpfen Waffen. Christian Abts angekündigtes "brutales" Rennen wirkte nach der Berührung mit Kristensen eher zahnlos, generell schienen die 2006er-Mercedes ihren Audi-Pendants überlegen. Von den Startplätzen 18 und 19 war die Aufholjagd für das Rosberg-Duo aus Mike Rockenfeller und Lucas Luhr aussichtslos - zu Kamerapräsenz kam Luhr nur, nachdem er von Daniel La Rosa unverschuldet umgedreht wurde.

Zuvor hatte bereits die Rennleitung den Unmut der Ingolstädter provoziert. Zwar erklärte sich Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich mit der Entscheidung, Bruno Spenglers überfahrene Boxenampel unbestraft zu lassen, nach der ersten Verärgerung einverstanden. Lucas Luhr haderte hingegen weiterhin: "Eine Runde zuvor war das Schild \'Pit lane closed\' sichtbar. Als ich in die Box kam, war es nicht mehr da. Da war die Boxengasse aus meiner Sicht offen. Bruno Spengler fuhr bei Rot über die Ampel, und es geschah nichts, während mein Stopp nicht gilt. Das verstehe ich nicht." Auch Vanina Ickx klagte, nachdem sie vom lediglich verwarnten Mathias Lauda aus dem Rennen befördert worden war: "Ich verstehe noch nicht ganz, weshalb es so unterschiedliche Strafmaße gibt..."

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