Melbourne ( dpa ). Nach dem Debakel in " Down under " will das " rote Imperium " im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft schon am Sonntag zurückschlagen. Rivale McLaren-Mercedes ist auf die Ferrari-Revanche gefasst. " Wir geben uns keinen Illusionen hin. Sie werden zurückkommen und in Malaysia sowie den gesamten Rest der Saison sehr stark sein ", prophezeite Silberpfeil-Teamchef Ron Dennis.

Während sein Schützling Lewis Hamilton insbesondere von britischen Medien nach seiner " Spazierfahrt " in Melbourne in höchsten Tönen gelobt wurde, machten sich die Mechaniker der Scuderia im heimischen Maranello auf die Suche nach der Ursache für das Ferrari-Fiasko von Melbourne.

Der Auftakt hatte die Prognosen mancher Experten auf den Kopf gestellt. Selbst Ferrari-Berater Michael Schumacher war klar von einem Sieg der Roten im Albert Park ausgegangen. Trost gab es nach dem schlechtesten Saisonstart der Scuderia seit 16 Jahren von höchster Stelle. " Ein gesundes Bad in Demut, das allen gut tun wird ", nannte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo das Debakel. " Ich kann es gar nicht abwarten, dass wieder Sonntag ist, um den wahren Ferrari zu sehen. "

Doch ob die Zeit zur Fehlersuche reicht, um nach dem " Alptraum " (" Gazzetta dello Sport ") schon am kommenden Wochenende in der Hitze von Sepang die Konkurrenz wieder nass zu machen, ist fraglich. " Wir müssen sehr vorsichtig in all unseren Analysen sein ", mahnte Teamchef Stefano Domenicali, der erstmals in der neuen Rolle als Nachfolger von Jean Todt auf dem Kommandostand war.

Sowohl Weltmeister Kimi Räikkönen als auch Teamkollege Felipe Massa waren mit dem zuvor hochgelobten F 2008 stehen geblieben. Die Motoren spielten nicht mit. Obwohl nicht im Ziel, ergatterte Räikkönen als Achter noch einen Punkt. " Wir waren vor dem Rennen nicht phänomenal und sind nach dem Rennen nicht dumm ", meinte Domenicali.

Melbourne-Sieger Hamilton und sein Team lassen sich indes von der Pleite des Konkurrenten nicht blenden. Rückschlüsse aus dem Rennauftakt zu ziehen, sind schwierig.