Magdeburg l Auch wenn inzwischen diverse hochgehandelte Fußball-Nationen unfreiwillig aus Brasilien abgereist ist, wird den Fans so mancher Spitzname in Erinnerung bleiben. Um aber eines gleich einmal vorweg klarzustellen: Die deutsche Mannschaft spielt dabei nur eine Nebenrolle.

Natürlich wissen heutzutage selbst Fußball-Laien, dass mit "Poldi" und "Schweini" Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger gemeint sind. Aber mal ehrlich: Besonders originell ist es nicht gerade, oder?

Der schelmische ARD-Experte Mehmet Scholl taufte seinerzeit den DFB-Kapitän "Wireless Lan", also den drahtlosen Lahm. Durchsetzen konnte sich diese Formulierung allerdings nie.

Und selbst ein Blick zurück ändert nichts daran, dass die Deutschen insgesamt wenig Einfallsreichtum bewiesen. Die "Walz aus der Pfalz" war beispielsweise Hans-Peter Briegel, bei "Tante Käthe" handelte es sich um Rudi Völler, und über den "schönen Hansi" darf sich bis heute Hans-Peter Müller ärgern.

Doch nun zur aktuellen WM in Brasilien. Besonders tun sich bei diesem Thema die Argentinier hervor. So heißen analog zum Tierreich Superstar Lionel Messi "der Floh" und Javier Mascherano "der Löwe". In Anspielung auf Körperformen ist Ezequiel Lavezzi "der Dicke", Javier Pastore "der Dünne" und Angel di Maria "die Nudel".

Damit nicht genug beim Weltmeister von 1978 und 1986. Mitunter werden Spitznamen quasi auch vererbt. So wurde aus dem als eisenharten Verteidiger gefürchteten Jorge Higuain wegen seiner dicken Nase "El Pipa", die Pfeife. Folglich wird Sohnemann Gonzalo nun "El Pipipa", die kleine Pfeife, genannt.

Gar nicht zum Lachen findet der Russe Alexander Kokorin vermutlich seinen Spitznamen. Seit Teamkollege Roman Schikorow ihn mit dem kanadischen Popstar Justin Bieber verglich, muss sich der Stürmer "Bieber" rufen lassen.

Während "Bieber" aber gerade bei Teenies extrem positive Reaktionen hervorruft, ist Italiens Nationalstürmer Antonio Cassano komplett unten durch. Er leistete sich über Jahre so viele Aussetzer, dass daraus das Wort "Cassanate" entstand, was übersetzt so viel bedeutet wie "ziemlich dumme Dinge".

So weit, so gut. Bei einem Abstecher zu den Unparteiischen schießt der Engländer Howard Webb den Vogel ab. Wegen seiner Ähnlichkeit zur bekannten grünen Zeichentrickfigur ist er bei seinen Kollegen liebevoll der "Shrek".

Richtig sympathisch wird ein Referee aber erst dann, wenn er dabei noch jede Menge Humor beweist. "Leider werde ich nicht mit einem gut aussehenden Hollywood-Star verglichen, aber es erklärt, warum ich ein Foto von ,Shrek` als Hintergrundbild auf meimem Handy habe", verriet der 42-Jährige.