Santo André (dpa) l Entspannt verfolgten Manuel Neuer & Co. auf ihren Holzliegen neben dem Pool den glücklichen brasilianischen Sieg zum WM-Auftakt. Den eigenen Start kann das deutsche Team kaum mehr erwarten. "Ich freue mich auch, wenn es losgeht und die Wettkämpfe starten", erklärte Joachim Löw als Chef der WM-Mission. Der Fernsehabend im Campo Bahia hatte dem Bundestrainer und seiner Mannschaft gleich vor Augen geführt, wie mühsam der Weg ins Endspiel am 13. Juli in Rio de Janeiro werden kann.

Die Anspannung vor der ersten eigenen Aufgabe am Montag gegen den Weltranglisten-Vierten Portugal wächst von Tag zu Tag. Da kommt eine Ablenkung durch den TV-Konsum anderer WM-Partien gerade recht. "Es ist gut für uns, dass wir die nächsten Tage die nächsten Spiele sehen können. Das sorgt für Unterhaltung bei uns", sagte der Freiburger.

Natürlich steht die präzise Einstimmung auf Portugal mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo weiter im Vordergrund. Einen Tag vor der Abreise nach Salvador simulierte Löw am Freitag zum zweiten Mal in Santo André den Ernstfall. 8 Uhr Wecken, bis 10.30 Uhr Frühstück und zur Anstoßzeit um 13 Uhr eine Trainingseinheit. Aber es wird noch härter.

Kampf mit ungewöhnlichen Spielzeiten


"Im Spiel müssen wir uns auf Situationen einstellen, in denen wir noch mehr leiden werden, als dies im Training möglich ist", prophezeite Abwehrchef Per Mertesacker. Der Londoner hat zwar nicht mit der Hitze, aber mit der ungewöhnlichen Anstoßzeit Erfahrung. "Es ist ein Unterschied, ob man spät spielt und schon drei Mahlzeiten zu sich genommen hat oder am Mittag, mit nur einer oder maximal zwei Mahlzeiten. Wenn man das nicht gewohnt ist, ist es nicht einfach, genügend Nährstoffe zu sich zu nehmen. Nicht jeder kann um neun Uhr morgens Nudeln essen", sagte Mertesacker.

Neu getaktet wurde auch die Anreise zum 100. WM-Spiel der DFB-Auswahl. Der große Tross fliegt nicht wie in der Vergangenheit einen Tag vor der Partie, sondern zwei Tage vorher per Charter in den Spielort. Erst dort wird der Bundestrainer die letzten Puzzleteile seiner Aufstellung zusammensetzen.

Die Startformation aus dem Auftaktmatch - das zeigt der Blick zurück auf andere Turniere - muss nicht die Aufstellung für die folgenden WM/Aufgaben sein. Es zeichnet sich aber ab, dass am Montag acht Akteure in der deutschen Startelf stehen, die vor zwei Jahren bei der EM angefangen hatten.