Magdeburg/Mannheim l Wer hatte wohl mehr Herzklopfen - Mama und Papa oder der Filius auf dem Feld? Das war die Frage am Sonnabend beim zweiten Testspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft in Mannheim. Denn ganz oben unterm Hallendach der Mannheimer SAP-Arena hatten die Eltern von Matthias Musche noch kurzfristig einen Platz gefunden. Sie waren extra kurzfristig aus Magdeburg angereist, "damit wenigstens zwei Leute in der Halle mich kennen", hatte der DHB-Neuling Matthias Musche vor seinem vierten Länderspiel im Rahmen der Vorbereitung auf die WM in Katar scherzhaft gesagt.

Das Damendrücken live vor Ort hat allerdings erst am Ende richtig gewirkt: Nach mehreren erfolglosen Versuchen war es in der 50. Minute soweit, der 22-jährige Magdeburger, der am Tag zuvor nur kurz vor Ende der Partie zum Einsatz gekommen war, erzielte sein allererstes Tor. Der Name Matthias Musche hallte durch die Arena. "Endlich, das war harte Arbeit."

Beifall gab es von Uwe Gensheimer. Der wegen eines Pferdekusses geschonte Kapitän war seinem Ersatz beim ARD-Interview galant zur Seite gesprungen: "Bisher lief ja noch nicht so viel über Linksaußen. Schade, dass er den einen Wurf, den er hatte, nicht verwandeln konnte. Matze ist ein Guter, und das wird er auch noch zeigen. "

In der Tat geht die Traumreise für Musche noch weiter. Nachdem der SCM-Linksaußen den Sprung vom 28er in den 18er WM-Kader geschafft und mehr Einsatzzeiten als erhofft bekommen hat, wird er nach dem Kurzurlaub daheim am Dienstag auch im Flieger nach Doha sitzen. Die Marschroute kennt er bereits: "Wir wollen unser Bestes geben und schauen von Spiel zu Spiel. Achtelfinale ist Pflicht, Viertelfinale wäre der Wahnsinn."