Magdeburg l Zehn Minuten nach dem Spiel war der Puls bei Fabian van Olphen schon wieder auf das erforderliche Minimum gesunken, um mit den Fans "Selfies"-Bilder zu schießen. Das war so ähnlich unglaublich wie die 60 Minuten auf der Platte, in denen der Kapitän mit seinem SC Magdeburg dem Gegner im Pokal-Viertelfinale am Mittwochabend, Frisch Auf Göppingen, gerade eine 32:17-Demütigung zugeführt hatte.


Van Olphen nahm sich sogleich nach dem Match die Pauke und stimmte mit rhythmischen Schlägen die folgende Ehrenrunde ein. Das war eigentlich kein Sieg des SCM, sondern die fünfte Jahreszeit, die im tosenden Applaus der 6618 Fans, darunter 25 Göppinger, eingeläutet wurde - und die nun mit dem Final Four am 9./10. Mai in Hamburg ihren Saisonhöhepunkt für den Magdeburger erreichen soll.

"In der Abwehr haben wir so gut wie noch nie gespielt", jubelte der 33-jährige van Olphen über die Leistung in der Defensive. Deshalb spielte es keine Rolle, dass in der ersten Hälfte der Angriff nicht immer zündete. Nach dem Wechsel war das Spiel im Eiltempo vorentschieden, obwohl Matthias Musche selbst nach dem 19:9 (39.) das Publikum weiter zum Jubel animierte. "Wahnsinn", rief SCM-Manager Marc Schmedt. "Einfach sensationell, wie die Mannschaft immer weitermacht" - bis der Gegner endgültig am Boden liegt.

Das Publikum jedenfalls hatte den 13. Pflichtspielsieg in Serie schon ab Minute 40 gefeiert: Aus der Konserve wurde nach jedem Treffer "Finale, oho" gespielt, von den Tribünen "Oh, wie ist das schön" gesungen und die La-Ola-Welle angestimmt. "Der achte Mann war einfach unglaublich", freute sich Trainer Geir Sveinsson, während Magnus Andersson, Göppingens Coach feststellte: "Das waren eher 60 000 Fans." Und für sein Team die Hölle.