Magdeburg l Der Wunsch, das Spiel vor erneut stattlicher Kulisse von über 6100 Zuschauern in der Getec-Arena mit "voller Kapelle" antreten zu können, hatte sich nicht erfüllt: Andreas Rojewski musste kurzfristig wegen Kniebeschwerden passen. Den frei werdenden Platz nahm Alexander Saul ein, zudem stand auch Youngster Tomasz Gebala im Kader.

Die Partie begann ein wenig kopflos. Beide Teams leisteten sich Leichtsinnsfehler. Dafür spielten sich jeweils die Torhüter in den Vordergrund (2:2/4. Minute). Doch während Dan Beutler im Kasten der Lemgoer so stark nachließ wie er begonnen hatte, blieb Jannick Green im SCM-Tor der Fels in der Brandung. Allein ein Dutzend Paraden bis zur 25. Minute (davon ein gehaltener Siebenmeter) waren ein Hauptgrund für die schnelle und sichere 5:2-Führung der Gastgeber nach sechs Minuten.

Weil aber auch die Deckung nach kurzer Zeit stark an das Bollwerk aus dem Pokal-Hit gegen Göppingen erinnerte, fielen die Tore im Tempogegenstoß wie reife Früchte in den SCM-Korb. Bereits beim 14:6 durch Saul (20.) war klar: Wer so harm- weil ideenlos aus dem Rückraum agiert wie Lemgo, kann keinen Blumentopf gewinnen. Vor allem der künftige SCM-Neuzugang Finn Lemke machte eine unglückliche Figur - konnte sich aber zumindest in der zweiten Spielhälfte mit drei Toren ein wenig steigern.

So war auch der nächste Höhepunkt den Magdeburgern vorbehalten: Robert Weber netzte zum vierten Mal ein. Das Tor zum 18:8 (28.) war der 200. Saisontreffer des Rechtsaußens.

In der zweiten Halbzeit bot sich den Zuschauern das gleiche Bild: Der SCM konnte schalten und walten wie er wollte, das muntere Schiebenschießen ging weiter. Den Lemgoern gelang dagegen kaum ein anständiger Angriff. Trainer Florian Kehrmann konnte das Trauerspiel kaum mit ansehen, wechselte zudem alle drei Torhüter ein. Doch ohne Erfolg. Beim 30:19 durch einen Doppelschlag von Saul (46.) begann die Party auf den Rängen. Die Fans skandierten: Der SCM ist wieder da!

"Wir haben sehr konzen-triert gespielt, 60 Minuten konsequent durchgezogen und beide Halbzeiten gewonnen. Das war eine tolle Mannschaftsleistung", war Trainer Geir Sveinsson nach der Partie voll des Lobes, zumal sich bis auf Gebala sämtliche Feldspieler in die Torjägerliste hatten eintragen können.

SC Magdeburg: Green, Quenstedt - Musche 2, van Olphen 3, Natek 5, Bagersted 3, Grafenhorst 3, Haaß 3, Bezjak 2, Gebala, Weber 5/1, Saul 3, Jurecki 3, Lie Hansen 4

Lemgo: Bauer, Dresrüsse, Beutler - Bechtloff 1, Hornke, Suton 3, Hermann, Lemke 3, Nielsen 1, Herth 4, Haenen 5/3, Höning, Zieker 1, Niemeyer 6

Schiedsrichter: Brodbeck/ Reich. Zuschauer: 6114. Siebenmeter: SCM 1/1; Lemgo 4/2. Zeitstrafen: 1/2