Minden l Der SC Magdeburg hat sich am Freitagabend bei der GWD Minden richtig blamiert. Mit der 26:35 (14:15)-Niederlage vor 3430 Zuschauern in der Kampa-Halle haben die ersatzgeschächten Magdeburger, die in der zweiten Halbzeit jegliche Gegenwehr vermissen ließen, auch ihre Minimalchance auf Rang drei verspielt.

Für den Gastgeber ging es gegen den SCM um Alles oder Nichts. Jeder wusste: Mit einem Heimsieg verlängert GWD Minden, der " Schlafwandler am Rand des Abgrunds" (Mindener Tageblatt), die Galgenfrist im Kampf gegen den Abstieg. Bei einer Niederlage hätte Ex-SCM-Trainer Frank Carsten seine "Mission Klassenerhalt" jedoch nicht erfüllt und in diesem Fall mit seinem Team für die 2. Liga planen müssen.

Die Grün-Weißen trugen der Bedeutung des Spiels Rechnung. So gab es beim letzten Heimspiel der Saison vor Spielbeginn keine der sonst üblichen Verabschiedungen von vier GWD-Spielern. "Kein Firlefanz", hatte Manager Horst Bredemeier rigoros festgelegt und stattdessen "vollste Konzentration und Leidenschaft" eingefordert. Eine lockere Einstellung der Magdeburger, die einen EC-Platz bereits sicher hatten, erwartete er indes nicht. "Die werden uns nichts schenken", so Bredemeier - und wurde wenig später vom Gegenteil überrascht.

Der SCM, mit vier Youngster im Aufgebot, kam nur schwer in die Gänge, trabte früh einem Rückstand hinterher (2:5/5.). Die Mindener waren bereit, mit Mann und Maus um die letzte Chance zu kämpfen. Besonders zwei Ex-Magdeburger hatten sich offensichtlich viel vorgenommen: Gerrie Eijlers im Tor (9 Paraden, 1. Halbzeit) und Moritz Schäpsmeier (4 Tore).

Zwar gelang dreimal der Anschlusstreffer, doch erst beim 12:11 durch Alexander Saul (24.) konnte der SCM das erste Mal in Führung gehen. Doch das war kein Befreiungsschlag. Die Gastgeber blieben dran, übernahmen kurz vor der Pause wieder das Zepter.

In der zweiten Hälfte legte Minden in Bezug auf Willen, Leidenschaft, Kampf und Entschlossenheit noch eine Schippe drauf. Eijlers zeigte Bestform (17 Paraden). Die SCM-Abwehr hatte dagegen nach dem sibten Tor des überragenden Christoffer Rambo (13 Treffer) zum 25:19 in Unterzahl bereits ihre Arbeit eingestellt (46.).

Minden: Vortmann, Eijlers - Freitag, Schäpsmeier 5 Rambo 13, Steinert, Kunkel 5/1, Torbrügge, Jernemyr, Niemeyer, Svitilica2, Oneto 2, Doder 4, Bilbija 4

Magdeburg: Quenstedt, Green - Musche2, van Olphen 2, Natek 5, Bagersted 1, Haaß 2, Weber 8/2, Saul 1, Sohmann 3, Jurecki 1 , Lie Hansen , T. Gebala, Zimmermann 1

Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff. Zuschauer: 3430. Siebenmeter: Minden 2/ 1; SCM 2/2. Zeitstrafen: Minden 2 ; SCM 3