Blaue Jeans, brauner Pulli: Damir Doborac ist nicht zu beneiden. Am Mittwochabend beim ersten Testspiel war der zweite Spielmacher des SC Magdeburg nur eine Rand-erscheinung. Dabei "wäre jetzt seine Zeit gewesen", erklärte der Trainer des Handball-Bundesligisten, Frank Carstens – gerade beim Einstudieren des neuen 5-1-Abwehrsystems. Nur hat sich Doborac einen Bänderanriss mit Knochenabsplitterung im Knöchel zugezogen und fällt damit zwei Wochen aus.

Magdeburg. Beim 57:21 (29:8)-Erfolg im Benefizspiel beim Möckeraner TV (Verbandsliga) wurde dann auch klar, welche Rolle der Bosnier übernehmen soll in der 6-0-Alternative. Und diese Rolle ist für den agilen 30-Jährigen "gemacht und gedacht", sagt Carstens. Sie ist zudem ungewöhnlich – wie auch für Stian Tönnesen. Der 36-jährige Norweger musste in Möckern nämlich Linksaußen decken. "Das hat er seit 1956 nicht mehr gemacht", scherzte Carstens, der wiederum mit dem ersten Auftritt der 5-1 "insgesamt zufrieden" war. Yves Grafenhorst agierte auf Spitze und konnte eine seiner größten Stärken nach Belieben ausspielen, den Konterlauf. Darüber erzielte er den Großteil seiner 17 Treffer.

Was Carstens dann noch fehlte, war der Druck von außen auf die Angreifer in den Halbpositionen und in den entsprechenden Situationen, aber das System in seiner Kompaktheit muss sich in der Wettkampfpraxis erst noch entwickeln.

Das Schöne an der 5-1 ist, dass sich quasi der erste Konterläufer schneller in der Vorwärtsbewegung befindet – diesmal war es also Grafenhorst. Dennoch sind auch die Männer im Mittelblock weiterhin in der ersten Phase gefordert: Beim SCM heißen sie Kjell Landsberg und Bartosz Jurecki. In beiden Fällen geht es also durch die Mitte. Und nicht zuletzt gibt es die dritte Möglichkeit, die in Möckern Tim Hornke als Rechtsaußen bot. Carstens hat "viel Spiel- und Bewegungsfreude" bei seinem Team, das durch Philipp Weber von den Youngsters verstärkt wurde, gesehen.

Allerdings läuft es personell betrachtet in der Vorbereitung nicht ganz so optimal, wie es sich der Coach gerne gewünscht hätte. Am Mittwoch fehlten Steffen Coßbau, der nach seiner Verletzung wieder zu 100 Prozent ins Training eingestiegen ist, und Fabian van Olphen. Während Coßbau sich mit einer hartnäckigen Erkältung plagt, musste sich van Olphen einer unangenehmen Zahnwurzel-Behandlung unterziehen. Gerade Coßbau wäre nun eine Alternative für die Abwehrspitze. Ebenso Rechtsaußen Robert Weber, der am 31. Januar wieder ins Training einsteigen wird. Nach Möckern wird das neue System heute vor eine härtere Bewährungsprobe gestellt. Um 19 Uhr beginnt in Hohenmölsen der Test gegen Dukla Prag. Der ursprüngliche Gegner, das österreichische Team aus Bregenz, hat aufgrund des Ausfalls von zehn Akteuren abgesagt.

Und schon am Sonntag reisen die Carstens-Schützlinge nach Dessau zum Peugeot-Cup, an dem auch die Liga-Konkurrenten Füchse Berlin und Hannover- Burgdorf teilnehmen.