Die Handballer des SC Magdeburg haben sich vor heimischer Rekordkulisse von 7095 Zuschauern nicht wie erhofft mit einem Sieg aus dem Jahr 2009 verabschieden können. Im letzten Spiel unter Regie von Trainer Michael Biegler unterlagen die Magdeburger dem TBV Lemgo mit 23 : 25 ( 8 : 14 ) und konnten sich damit nicht für die 30 : 38-Schlappe aus dem Hinspiel revanchieren.

Magdeburg. Lemgos Geschäftsführer Volker Zerbe, der in dieser Woche die unangenehme Aufgabe hatte, Schmetz, Lichtlein, Geirsson und Svavarsson einen " blauen Brief " zu übergeben ( Volksstimme berichtete ), war mit einer gewissen Erwartungshaltung in die Auswärtspartie in Magdeburg gegangen : " Nach unserer Pleitenserie ist der Druck sicherlich größer geworden. Nun gilt es, in Magdeburg die zuletzt leider nur phasenweise gezeigten sehr guten Leistungen über 60 Minuten abzurufen. Ein Sieg zum Jahresabschluss wäre natürlich gut fürs Selbstvertrauen. "

Ein ebensolches Erfolgserlebnis hätten sich auch die Magdeburger zum Jahresausklang gewünscht, doch bereits zu Beginn der Partie lief alles gegen die Gastgeber. Der Motor kam vor allem im Angriff nicht zum Laufen. Zweimal Holz und ein Fehlpass vom parierenden Ejilers, dazu zwei Fehlentscheidungen der Schiris, die dem SCM den verdienten Ballbesitz verwehrten – schon stand es 1 : 5 ( 9. ).

Auch nach der von Biegler genommenen Auszeit wurde es nicht besser. Im Gegenteil. Nun kam zum Pech auch noch Unvermögen hinzu. Hinten ohne richtigen Biss und fast immer einen Schritt zu spät, vorn planlos, hilflos, gar nichts los. Der Angriff eine absolute Katastrophe, Tönnesen als Spielmacher völlig überfordert. Da konnte man nur einen Hut vor den Zuschauern in der pickepackevollen Halle ziehen, die ihr Team trotz allem weiter antrieben.

Zwar konnte die Biegler-Truppe durch drei Tore in Folge auf 6 : 9 verkürzen ( 20. ), doch die Chance auf ein weites Kontertor vereitelte Lemgos Mocsai, der den davoneilenden Grafenhorst rotverdächtig foulte. Doch die Schiedsrichter pfiffen gegen die Magdeburger. Trauriger Höhepunkt einer völlig verpatzten ersten Halbzeit. Mit einem vermeintlich vorentscheidenden Sechs-Tore-Rückstand ging es in die Pause.

Auch in der zweiten Hälfte schien der SCM, der insgesamt fünf Siebenmeter vergab, lange Zeit nicht den Hauch einer Chance zu haben, den Rückstand entscheidend abzubauen ( 14 : 20 / 42. und 18 : 26 / 51. ). Erst als Biegler alles auf eine Karte setzte und offensiv decken ließ, leisteten sich die bis dahin hochkonzentriert agierenden Gäste einen Fehler nach dem anderen. So keimte in der 58. Minute, als Rojewski mit seinem sechsten Treffer zum 23 : 25 traf, noch einmal Hoffnung auf, doch das Aufbäumen kam zu spät.

SCM-Coach Biegler nach der Partie : " Die Mannschaft hat 60 Minuten versucht, an einen Punkt heranzukommen. Es ist aber nicht gelungen. "

SCM : Eijlers, Müller – Wiegert, van Olphen 3, Weber 3, Theuerkauf 2 / 2, Grafenhorst 4, Tönnesen 1, Jurecki 3, Kabengele 1, Rojewski 6 / 1, Grohmann.

TBV Lemgo : Lichtlein, Galia – Kraus 6 / 3, Ilyes, Bechtloff 3, Geirsson, Glandorf 6, Schmetz 2, Kehrmann, Mocsai 2, Strobel 1, Hermann, Svavarsson 4, Kubes 1.

Schiedsrichter : Fleisch / Rieber ( Ostfildern / Nürtingen ). Zuschauer : 7095. Siebenmeter : SCM 8 / 3, Lemgo 3 / 3. Zeitstrafen : SCM 2, Lemgo 3.