Magdeburg / Neuruppin. Während die Magdeburger Bundesliga-Handballer gestern Mittag über den Wolken Richtung Heimat schwebten, wurde in Dortmund in der Geschäftsstelle des Ligaverbandes HBL die zweite Runde des DHB-Pokals ausgelost. Danach müssen die Magdeburger, die im Vorjahr beim Zweitligisten Hamm gepatzt hatten, beim Oberligisten HC Neuruppin ran. Spieltermin ist der 22. oder 23. September.

Beim HC Neuruppin herrschte gestern Aufbruchstimmung. Der aufstrebende brandenburgische Oberligist hatte sich nach dem 30 : 29-Sensationserfolg in der ersten Runde über den Regionalligisten SV Beckdorf " ein attraktives Los " gewünscht und mit dem SCM prompt auch serviert bekommen.

" Das ist ein schönes Ostderby, besser hätten wir es nicht treffen können. Dass wir gegen ein so namhaftes Team wie den SC Magdeburg spielen, ist einfach genial und der Lohn für unsere Jungs, Regionalligist Beckdorf aus den Pokal gekickt zu haben ", freute sich HCN-Geschäftsführer André Littmann über das Glückslos und machte sich bereits Gedanken über die Organisation. " Das wird bestimmt ein Zuschauermagnet, wir werden also über Zusatztribühnen im Sportcenter nachdenken müssen, damit mehr als 1200 Fans in den Genuss des Handball-Leckerbissens kommen können. "

SCM-Geschäftsführer Eckhard Lesse sprach dagegen gestern von " einer Pflichtaufgabe, die ohne Wenn und Aber erfüllt werden muss ". Solche Ausrutscher wie im Vorjahr, als die Spieler des SCM in Hamm " nur körperlich anwesend waren ", wie Trainer Michael Biegler hinterher kritisierte, dürfe man sich angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage nicht noch einmal erlauben.

Dem Trainer kam vor allem aus personeller und logistischer Sicht das Los sehr entgegen. Biegler : " Neuruppin liegt halbwegs in der Nähe, so dass die Reisestrapazen nicht zu groß sein dürften. Und ich freue mich, dass uns kein Kracher-Gegner erwartet, denn es ist abzusehen, dass unser Kader bis dahin noch nicht komplett ist. "

Topspiel der 2. Runde ist das Bundesliga-Duell zwischen dem Titelverteidiger THW Kiel und den Füchsen Berlin. Der Tabellen-Zehnte der abgelaufenen Saison, der am 23. September in der Kieler Sparkassen-Arena aufl aufen wird, ist sich seiner Außenseiterrolle durchaus bewusst. " Um in Kiel zu bestehen, bedarf es schon einer übermenschlichen Leistung ", sagte Füchse-Präsident Frank Steffel.

Die Mitfavoriten HSV Hamburg und Rhein-Neckar Löwen bekamen dagegen leichtere Aufgaben zugelost. Der Vizemeister Hamburg muss beim Regionalligisten HSG Tarp-Wanderup antreten, die Löwen bekommen es mit Zweitligist TV Bittenfeld zu tun.

Unterschiedlich werden die Lose für die ebenfalls noch im Pokalwettbewerb befi ndlichen Mannschaften aus Sachsen-Anhalt bewertet. Während Zweitligist Anhalt Bernburg beim Viertligisten VfL Lichtenrade nach Ansicht von Trainer Helmut Röder vor einer " lösbaren Aufgabe " steht, ist Oberligist SV Oebisfelde beim Aufeinandertreffen mit Bundesliga-Absteiger Stralsunder HV " klarer Außenseiter ", so Teammanager Iven Wall. Dennoch gehe man mit der gleichen Einstellung wie bereits gegen Zweitliga-Absteiger Bremervörde, der mit 28 : 25 bezwungen werden konnte, in die Heimpartie : " Wir haben nichts zu verlieren. "