Mannheim - Es kam, wie es kommen musste – am Ende waren wieder einmal die Schiedsrichter an allem schuld. Wie bei unzähligen Turnieren in nahezu jeder Sportart wurden auch während der Handball-WM die Unparteiischen ganz schnell zu Sündenböcken. Vor allem die Trainer, deren Stuhl nach Pleiten bedenklich ins Wackeln geriet, bedienten sich der ersten Regel im Handbuch für Panikreaktionen und machten erst mal die Referees für den Misserfolg verantwortlich.

Besonders hervor tat sich dabei der slowenische Trainer Kasim Kamenica. Der 52-J ährige witterte nach der 29 : 35-Niederlage im ersten Hauptrundenspiel der Slowenen gegen den Gastgeber sogar Betrug. " Das waren irreguläre Bedingungen. Es ist eine Schande ", schimpfte Kamenica, um sich dann auf die Unparteiischen einzuschießen : " Die Schiedsrichter haben wohl eine neue Regel erfunden. Sie haben die Drei-Schritte-Regel bei den Deutschen nicht beachtet. "

Wie Kamenica schlug auch Russlands Trainer Wladimir Maximow aus Angst vor dem Scheitern um sich. Da die Russen trotz ihres 26 : 25 gegen Ungarn am letzten Spieltag der Hauptrunde kurz vor dem Aus standen, lud der Coach seinen Frust beim französischen Gespann Gilles Bord / Olivier Buy ab : " Was die beiden gezeigt haben, war ganz schlecht. So was darf bei einer WM nicht passieren. "

Der deutsche WM-Schiedsrichter Bernd Ullrich, der mit seinem Partner Frank Lemme ( beide Magdeburg ) und den Zwillingsbrüdern Bernd und Reiner Methe ( Vellmar ) die deutschen Schiedsrichter bei der WM vertritt, nimmt solche Aussagen gelassen. " Kritik gibt es immer. Damit müssen wir leben ", meinte der Unparteiischen-Sprecher des DHB.

Immerhin gab es für die insgesamt 18 WM-Gespanne, die sich während eines einwöchigen Lehrgangs vorbereitet hatten, auch Lob. Islands Trainer Alfred Gislason bewertete deren Leistung ( nur fünf Gespanne haben WMErfahrung ) durchweg positiv : " Insgesamt finde ich die Referees bei diesem Turnier sehr gut. "