Die Top-Kicker e.V. Jan-Sandmann-Fußballschule hat noch bis heute ihre Zelte in der Sporthalle Burg-Süd aufgeschlagen - bereits zum achten Mal. Seit 2006 finden in den Ferien die Camps statt und immer mehr Kinder wollen daran teilnehmen.

Burg l Mit einer erstklassigen Körpertäuschung zieht Ali Maarouf an seinem Gegenspieler vorbei und schießt dann ins rechte obere Eck des Tors - keine Chance für den Keeper. "Ich bin schon das vierte oder fünfte Mal dabei, weil es immer so viel Spaß macht", erzählt der elfjährige Ali freudestrahlend. Er zählt also bereits zu den erfahrenen Teilnehmern, die bei der Top-Kicker e.V. Jan-Sandmann-Fußballschule trainieren - wie auch unschwer an seinen technischen Fertigkeiten auf dem Parkett erkennbar ist.

Bei der Ferienschule "handelt es sich allerdings nicht um ein klassisches Trainingslager", wie Lutz Holke, einer der Initiatoren, betont. "Schließlich sollen die Ferien auch zur Erholung dienen und Ferien bleiben". Im Mittelpunkt des Camps steht die individuelle Grundausbildung der teilnehmenden Kinder und natürlich die Freude am Fußball. "Der Spaß steht absolut im Vordergrund", so Holke. Den Übungsleitern geht es darum, eine individuelle Betreuung der Kinder und somit auch Spaß garantieren zu können.

Dieser ist nicht nur Kickern vorbehalten, die bereits in Vereinen spielen - so wie Ali, der einige Zeit beim Burger BC 08 spielte. "Vielmehr sollen auch sportartfremde Jungs und Mädchen, die einfach eine Woche lang ihre fußballerischen Fähigkeiten testen und verbessern wollen, zum Zug kommen", stellt Holke klar. Der soziale Faktor ist dabei auch eines der Hauptanliegen. "Die Kinder sollen lernen, auch über den Tellerrand zu schauen. So haben sich schon viele Fußballfreundschaften gebildet, die ohne dieses Camp vielleicht nicht zustande gekommen wären", erklärt Holger Mittelstädt, 1. Vorsitzender des Vereins. Obwohl natürlich gute Beziehungen zu den lokalen Clubs wie Traktor Tucheim, Blau-Weiß Gerwisch und dem BBC bestehen, "ist dieses Camp nicht für die Vereine gedacht, sondern findet mit ihnen statt", betont Holke.

Für die Partnerschaft mit dem VfL Wolfsburg und Holstein Kiel, wo Namensgeber Jan Sandmann auch nach seinem Karriereende aktiv ist, sind Holke und Mittelstädt aber besonders dankbar. An solch eine Kooperation war in der Anfangszeit nicht zu denken. "In den ersten Jahren nach unserer Gründung 2005 hatten wir es schwer, uns gegen die namhafte Konkurrenz durchzusetzen", blickt Mittelstädt zurück.

Mittlerweile ist das Interesse deutlich gestiegen, so dass sogar Absagen erteilt werden mussten. "Um die individuelle Betreuung der Kinder und damit auch den Spaß gewährleisten zu können, ist es unsere Philosophie, einem Übungsleiter nie mehr als zehn Teilnehmer zuzuteilen." Damit begrenzt sich die Kapazität im Winter, wenn die Camps in der Halle stattfinden, auf 28 Kinder - "obwohl wir mehr Anmeldungen erhalten haben", merkt Holke mit einigem Stolz an.

Während vormittags im technisch-koordinativen Bereich geschult wird, werden nach dem Mittagessen kleine Turniere gespielt, damit das vorher Gelernte auch im Spiel geprobt werden kann. Natürlich macht das auch mehr Spaß. "Unser Erfolg und unsere Bekanntheit wären ohne die Empfehlungen von vielen zufriedenen Kindern und Eltern nicht zustande gekommen", freut sich Mittelstädt. "Viele kommen mittlerweile regelmäßig und haben durch uns ihren Weg in den Vereinsfußball gefunden".

Auch Ali Maarouf wird sicher noch ein sechstes Mal mitmachen. Mittlerweile spielt er beim 1. FC Magdeburg. "Mein Lieblingsspieler", erklärt er, "ist Lionel Messi". Wie das große Vorbild spielt er im offensiven Mittelfeld. Vielleicht können Holke und Mittelstädt ja in ein paar Jahren sagen, sie hätten einen neuen Stern am Fußballhimmel unter ihren Fittichen gehabt.

Die nächsten Termine der Top-Kicker e. V. Jan Sandmann Fußballschule sind: 3. bis 7. Februar in Gerwisch; 28. Juli bis 1. August in Flechtingen; 11. bis 15. August in Tucheim und 18. bis 22. August in Burg. Anmelde- formulare im Internet unter www.topkicker.net63.net.