Irxleben/Heyrothsberge (bjr) l Und sie können es doch noch: Der SV Union Heyrothsberge hat am 21. Spieltag der Fußball-Landesliga zum ersten Mal in dieser Saison auf fremdem Platz drei Punkte eingefahren. Beim 3:1 (3:0) vom Sonnabend über den SV Irxleben führten die Gäste die Entscheidung binnen acht Minuten herbei.

Mit den müden Kriegern, die dem Gastgeber in der Vergangenheit verlässlich die Punkte überließen, hatten die Unioner bereits vor zwei Wochen, beim 1:1 in Calbe, wenig gemein. Gnadenlos effektiv machte der Aufsteiger am Sonnabend den nächsten Schritt und verbuchte das erste richtige Erfolgserlebnis auf fremdem Platz. "Es war sicher nicht das schönste aller Fußballspiele. Das hat der sehr weiche und tiefe Rasen nicht zugelassen. Aber wir haben uns bemüht, uns endlich auch dafür belohnt und uns angesichts des Aufwärtstrends der zurückliegenden Wochen auch die drei Punkte verdient", ordnete SVU-Coach Torsten Völckel keineswegs überschwänglich ein.

Dabei zeigten seine Schützlinge die wohl beste erste Hälfte seit dem Aufstieg. Vor allem in Sachen Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor überzeugten die Unioner. Scheiterte Stefan Groth zunächst noch (20.), besorgten die Nebenleute zwischen der 26. und 34. Minute quasi die Vorentscheidung. Erst verwertete Philipp Spengler den zweiten Ball nach einem Eckstoß mit einer sehenswerten Direktabnahme von der Strafraumgrenze, dann legte Karsten Völckel über rechts für Tobias Thormeier auf (32.). Wer noch Zweifel an der Entschlossenheit der Gäste hatte, wurde durch den Treffer zum 3:0 eines Besseren belehrt: Wieder führte der Union-Angriff über rechts, im Zentrum köpfte Maik Hoppe ein. "Die Bälle kamen an, wir waren kaltschnäuzig vor dem Tor. Es hat alles gepasst."

Angesichts der deutlichen Halbzeitführung mag sich mancher die Augen gerieben haben, doch sie war keineswegs unverdient. Zwar wirkte der SVI optisch überlegen, verbuchte auch ein Plus an Ballbesitz, doch insgesamt präsentierten sich die Gastgeber zu ideenlos. "Nach der Pause haben wir daher mit einigen Umstellungen beim Gegner gerechnet", so Völckel.

Diese Option zog SVI-Trainer Steffen Rau mit einem Doppelwechsel, doch zündende Einfälle hatte weiterhin nur der verbandsligaerfahrene Stefan Kotulla parat - zu wenig um doch noch einmal die Wende herbeizuführen. So blieb der 1:3-Anschluss durch ein Abstaubertor ein Strohfeuer (54.), weil auch die Defensive der Unioner einen mehr als soliden Eindruck erweckte. Im Vorwärtsgang boten sich Heyrothsberge noch einige vielversprechende Konterchancen, doch allen voran der eingewechselte Daniel Stridde sowie Thormeier ließen mehrere Gelegenheiten ungenutzt. "Wenn wir uns etwas vorzuwerfen haben, dann die Tatsache, dass wir nicht das vierte Tor erzielt haben." Ansonsten blieb die Mängelliste des Trainers entsprechend kurz. Was der erste Dreier in der Fremde wert ist, entscheidet sich jedoch erst, wenn es gelingt, den vermeintlichen "Auswärtsfluch" endgültig zu verjagen.

SV Irxleben: Deumeland - Reich, P. Hartmann, Thiele, Schott, Schulze, Voigt, Stier (46. Schwenke), Ulrich (46. Zornemann), R. Hartmann (80. Lange), Kotulla

Union Heyrothsberge: Behrenwald - Hoppe, Vaz, Schumburg, Groth (90. Tennstädt), Krümling, Völckel, Kloska, Thormeier, Spengler (55. Stridde), Pinno (80. Peukert)

Tore: 0:1 Philipp Spengler (26.), 0:2 Tobias Thormeier (32.), 0:3 Maik Hoppe (34.), 1:3 Richard Hartmann (54.); SR: Alexander Machui (Uchstpringe), Tobias Petzke, Julius Merkel; ZS: 68