Ring frei und die Fäuste hoch: Am Wochenende fanden in Möckern die Nachwuchs- Landesmeisterschaften im Boxen statt. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die einheimischen Faustkämpfer aus Tryppehna und Burg. Die Lokalmatadoren überzeugten auf ganzer Linie, errangen insgesamt hervorragende vier Titel.

Möckern. Der Schweiß rinnt Florian Haufschild unter dem Kopfschutz hervor, das gelbe Leibchen klebt am Körper, in den Seilen hängend atmet er mit offenem Mund, der Oberkörper bebt. Trainer Ernst Patze wedelt energisch mit dem Handtuch, redet lautstark auf seinen Schützling ein: "Mensch Junge, du verschenkst gerade den Landesmeistertitel. Komm, gib nochmal alles." Nicht nur, dass Florian mit seinem Gegenüber Venay Schröder (Burg) ausgerechnet einen Boxstall-Kollegen von Punching Magdeburg vor den Fäusten hat, der Kämpfer vom Tiger Boxing Club Tryppehna liegt nach zwei Runden fast vorentscheidend mit 1:5-Punkten zurück. Was dann aber in der dritten und letzten Runde des Finalkampfes der Jugend B bis 75 kg folgt, könnte ebenso gut einem Filmdrehbuch entsprungen sein: Florian kämpft sich heran, scheint in seiner Leistung förmlich zu explodieren und überholt Venay nach Punkten mit 12:9.

Karsten Weisheit, Trainer des Burgers und am Sonnabend zum ersten Vorsitzenden von Punching gewählt, versteht die Welt nicht mehr: "Venay ist einfach nicht mehr auf seinen Gegner draufgegangen, hat sich nicht bewegt." Die Nervosität und die Aufregung scheinen ihn kurz vor dem Ziel gelähmt zu haben.

Überhaupt lagen Freud und Leid an diesem Wochenende in Möckern dicht beieinander. Aus Sicht der Boxtiger aus Tryppehna war es aber meist die Freude, die überwog. Erst errang Florian den Titel, dann ließ Steve Dorn einen überzeugenden Punktsieg gegen Daniel Imanov (PSV 90 Dessau) folgen und sicherte sich den Sieg in der Schülerklasse bis 34 kg. Zudem errangen Josefine Kleinefeld und Tommy Schulze den Landesmeistertitel. Einzig bei Alexander Dlusinski, der in seinem Finale in der zweiten Runde von Trainer Patze "herausgenommen" wurde, war ein wenig Trost nötig.

Wenn auch ohne Titel, herrschte aber bei den Burgern ebenso der Stolz auf die eigenen Leistungen vor. Stanislaw Emelanov, Mehmet Demir, Venay Schröder und Tim Rieche unterlagen jeweils nur knapp. "Stanislaw hat gegen den letztjährigen Deutschen Meister geboxt. Aber nur so lernst du etwas dazu", zog auch Trainer Weisheit die passende Lehre. Denn auch er teilte den Eindruck, den viele Besucher bei der hervorragend organisierten Veranstaltung in Möckern gewonnen hatten: Der Box-Nachwuchs aus dem Jerichower Land muss sich längst nicht mehr hinter der Konkurrenz verstecken.