Wenn Detlef Zimmer in diesen Wochen den Fußballspielen des Burger BC zusieht, hält er sich diskret im Hintergrund. Noch muss sich der neue Sportvorstand des Ballspielclubs an seine Rolle als "Strippenzieher" gewöhnen. Ob als Spieler oder Trainer, Zimmer verlangte sich und seinen Mitstreitern stets Bestleistungen ab. Disziplin, Ehrgeiz, Zusammenhalt, Fairness und Respekt:Seine Philosophie von Erfolg will der Bankkaufmann nun auf den gesamten Verein übertragen. Im Interview mit Sportredakteur Oliver Kramer spricht Zimmer über das Nachwuchskonzept des Burger BC 08, Ziele im Männerbereich und die Zukunft des Fußballs in der Region.

Volksstimme: Herr Zimmer, am 16. April sind Sie zum neuen Vizepräsidenten Sport des Burger BC gewählt worden. Welche Beweggründe hatten Sie für die Kandidatur?

Detlef Zimmer: Als Burger fühle ich mich dem Verein seit Jahrzehnten eng verbunden. Ich habe hier im Nachwuchs- und Männerbereich gespielt und später als Jugendtrainer gearbeitet, die sportliche Entwicklung beim BBC stets verfolgt. Mit dem Vorstandswechsel und der Wahl von Lars-Uwe Matthias zum Vorsitzenden bot sich für mich die Chance, im Verein wieder etwas zu bewegen. Außerdem haben mich viele Sportfreunde um meine Mitarbeit gebeten.

Volksstimme: Welche Ziele verfolgen Sie als sportlicher Leiter mit dem Burger BC?

Zimmer: Mein Ziel ist es, die sportlichen Aktivitäten des Vereins zukünftig systematisch und nachhaltig zu verbessern. Alle sportlichen Handlungen im Herren- und Junioren- bereich sollen im Sinne eines gesamthaften Ganzen schlüssig miteinander koordiniert werden. Im Mittelpunkt soll eine qualitative, motivierende und kontinuierliche Nachwuchs- arbeit stehen. Dazu gehört, Kinder- und Jugendmannschaften in allen Altersklassen für den Spielbetrieb zu melden. Außerdem sollen mit Hilfe qualifizierter Übungsleiter die Teams ab der Altersklasse zwölf auf Landesebene etabliert werden. Nur durch die Ausbildung charakterlich integrer, fußballerisch leistungsfähiger Nachwuchsakteure ist es möglich, langfristig höhere Ziele, vor allem im Männerbereich, zu erreichen.

Volksstimme: Klingt gut. Doch angesichts der demografischen Entwicklung haben Vereine heute schon Probleme, die Altersklassen A, B und C zu besetzen. Wie wollen Sie dem Trend entgegenwirken?

Zimmer: Ich setze auf eine vertrauensvolle, kooperative Zusammenarbeit mit den Vereinen im Umkreis von Burg sowie mit dem Kreisfachverband Fußball und dem Kreissportbund. Dies soll aber keine Vereinbarung auf dem Papier sein, sondern gelebt werden. Unser Angebot ist, Nachwuchskicker, die in ihrem Heimatverein in ihrer Altersklasse keine Spielmöglichkeit haben, insbesondere ab der AK 14, wenn auf Großfeld gespielt wird, beim Burger BC altersklassengerecht ausbilden zu lassen. Dabei wollen wir die Jugendspieler nicht nur zu guten Fußballern, sondern auch zu Persönlichkeiten formen. Davon könnten langfristig alle Seiten profitieren. Junge Spieler, die es bei uns vielleicht nicht in die erste Mannschaft schaffen, könnten zu ihren Heimatvereinen zurückkehren und diese im Männerbereich verstärken. Obwohl beim Burger BC ausgebildet, werden diesen Spielern selbstverständlich bei der Rückkehr zum Heimatverein keine Steine in den Weg gelegt.

Volksstimme: Apropos Männerbereich: Nachwuchsspieler des Burger BC 08 sind heute unter anderem bei Preussen Magdeburg, 1. FC Magdeburg, der SG Gerwisch und Blau-Weiß Niegripp tätig. Wann kann der BBC an die guten alten Zeiten im Herrenbereich anknüpfen?

Zimmer: Wir im Vorstand denken da langfristig und investieren deshalb bewusst in den Nachwuchs der Region. Die erste Herrenmannschaft soll sich erst einmal in der Landesklasse etablieren, ihre Leistungen in der kommenden Saison bestätigen und sich fußballerisch weiterentwickeln. Was die Personalplanungen angeht, wird es sicher Veränderungen geben. Wir setzen dabei auf den vorhandenen Kader und Spielern aus der Region, die hier arbeiten und wohnen. Wenn sich die Fußballfans und Förderer aus der Region mit dem Traditionsverein Burger BC wieder mehr verbunden fühlen, denke ich, haben wir an die alten Zeiten anknüpfen können. Lassen Sie uns in zwei oder drei Jahren noch einmal darüber sprechen.

Volksstimme: Der BBC besteht bekanntlich nicht nur aus dem Nachwuchs- und Männerbereich. Wie wollen Sie künftig den Gesamtverein stärken?

Zimmer: Wir sind im Vorstand gerade dabei, die Dinge zu ordnen und uns einen Überblick zu verschaffen. Dazu gehört beispielsweise auch, die Tischtennisspieler stärker anzusprechen und ein Wir-Gefühl zu entwickeln. Wir wissen, dass die Erwartungen an den neuen Vorstand hoch sind. Ich kann daher auch im Namen meiner Vorstandskollegen alle Mitglieder, Trainer, Eltern, Funktionäre und Sponsoren nur um Geduld und um ihre Unterstützung bitten.

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